Wäschenbeuren / Annerose Fischer-Bucher Wäschenbeurer Jugendliche stellten jetzt ihr Dirt-Park-Konzept im Gemeinderat vor und bekamen ein dickes Lob.

Die vier Jungs hatten ihr selbst gebautes Modell zu einem Dirt-Park mitgebracht und stellten es in der jüngsten Sitzung dem Wäschenbeurer Gemeinderat vor. Der Fahrrad-Abenteuerspielplatz kann bereits benutzt werden, denn er wurde einen Tag vor der Sitzung fertiggestellt. Die Jugendlichen hatten versprochen, ein Modell zu bauen, nachdem die ersten Gespräche im Februar stattgefunden hatten mit der Option, dass der Park im April fertiggestellt werden könnte. Und nun hatten sich die Termine überschnitten, was der guten Sache keinen Abbruch tat.

Bürgermeister Karl Vesenmaier hatte dem Gemeinderat nochmals die Hintergründe erläutert, bevor die 14- und 15-jährigen Marko, Luca, Marco und Niklas den Räten ihr Modell erklärten. Sichtlich stolz präsentierten sie die selbst entworfene Bahn und die Möglichkeiten, die es für die Jugendlichen – etwa 30 sind an der Nutzung interessiert  – nun gebe. Da der Baggerfahrer, der die Bahn in etwa drei Stunden Arbeit gebaut hat, selbst ein begeisterter Radfahrer ist, war die Kommunikation zwischen ihm und den Jugendlichen völlig problemlos.

Die Vorgeschichte: Im alten Gewerbegebiet in Wäschenbeuren waren etwa 2000 Kubikmeter Erdaushub angefallen, den die Jugendlichen nutzten, um darauf zu fahren. Nachdem der Humus verlagert worden war, gab es Gespräche zwischen den Jugendlichen und dem Bürgermeister, um einen Ersatz östlich des alten Gewerbegebiets zu finden. Vesenmaier erläuterte dem Gremium, dass die Konditionen für drei Stunden Arbeit günstig gewesen seien und man den Jugendlichen die Möglichkeit geben wolle, den Park selbst weiter zu gestalten. Anstatt einer Hütte, wie von den Jungs angedacht, möchte die Gemeinde vier Pfähle befestigen und Material bereitstellen, so dass die Jugendlichen selbst etwas darauf erstellen können. Denn nach den Berichten der Fahrradbegeisterten sei es im letzten Jahr sehr heiß gewesen, so dass es einen Unterschlupf brauche.

Die Jugendlichen wurden von den Gemeinderäten gelobt. Peter Schührer (SPD) sprach von einem „Stück gelebter Demokratie“. Claudia Markt-Heer (CDU) und Inge Schmid (Freie Wähler) fanden es toll, dass sich die Jugendlichen so eingebracht hätten und der Park nun fertig sei. Erich Hieber (CDU) fragte nach der Funktion der Hütte, die dann diskutiert wurde. Thomas Wolff von der SPD gab den Jugendlichen mit, an Sicherheit zu denken, denn er fahre selbst Fahrrad und wisse um die Gefahren.

Da der Park auch gewässert werden muss und im Sommer sehr staubig sein kann, sollen die Benutzer das mit Gießkannen selbst übernehmen, sagte Vesenmaier. „Vielleicht sitzt ihr ja hier selbst einmal als Gemeinderäte. Das macht doch Spaß, oder ...“, verabschiedete der Bürgermeister die Jugendlichen, die sich beim Gremium bedankten.

Dirt-Park und Pump Track

Dirt-Park: In einem Dirt-Park betreiben die Freizeitsportler das Springen über Erdhügel mit einem BMX-Fahrrad oder einem Mountainbike, um in der Luft einen Trick zu machen. Inzwischen gibt es auch im Kreis Göppingen mehrere solcher Dirt-Parks, unter anderem plant Rechberghausen eine solche Anlage.

Pump Track: Ein Pump Track ist eine speziell geschaffene Mountainbike-Strecke. Das Ziel ist es, durch Hochdrücken des Körpers mit dem Fahrrad Geschwindigkeit aufzubauen. Neuere Pump Tracks sind oft aus Asphalt oder Beton als Oberfläche, beispielsweise in Faurndau.