Unterböhringen Freiwilligendienst: 18-Jähriger aus Unterböhringen geht nach Südafrika

Jonas Wallner packt seine Koffer: Der Unterböhringer fliegt für ein Jahr nach Südafrika.
Jonas Wallner packt seine Koffer: Der Unterböhringer fliegt für ein Jahr nach Südafrika. © Foto: Markus Sontheimer
ISABELLE JAHN 06.08.2016
Der 18-jährige Unterböhringer Jonas Wallner leistet ein Jahr lang den Freiwilligendienst in Südafrika. Es ist seine erste Reise auf einen anderen Kontinent.

Malariatabletten, Moskitonetz und Südafrika-Flagge hat Jonas Wallner schon im Koffer: In knapp zwei Wochen wechselt der 18-jährige Unterböhringer zum ersten Mal den Kontinent. Er wird ein Jahr lang in Südafrika leben und dort einen Freiwilligendienst leisten. Im Rahmen eines Projekts der Organisation „Weltwärts“ wird Wallner im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten und soziale Aufgaben übernehmen.

„Ich freue mich, in eine komplett neue Kultur einzutauchen“, sagt der Schulabsolvent, der gerade sein Abitur hinter sich gebracht hat. Südafrika habe ihn schon seit Langem gereizt, und die Fußball- Weltmeisterschaft im Jahr 2010 habe seinen Wunsch noch verstärkt: „Ich will nach Afrika.“ Freunde und Bekannte, die selbst im Ausland einen Freiwilligendienst geleistet haben, hätten ihm diesen Schritt empfohlen, erzählt Wallner. Er wolle sich dadurch selbst besser kennenlernen, seine Stärken herausfinden und daran wachsen. Für längere Zeit im Ausland war er noch nie, „geschweige denn auf einem anderen Kontinent“, sagt der Unterböhringer. „Das wird ein Abenteuer, mal was komplett anderes.“ Nachdem er für die Abschlussprüfungen büffeln musste, will er nun nicht gleich studieren: „Ich brauche Abstand von Schule und Lernen.“

Am 19. August geht es los, mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Johannisburg. Dort werden Wallner und ein weiterer Junge aus Deutschland, den die Organisation ebenfalls für den Freiwilligendienst in Südafrika ausgewählt hat, einen zweitägigen Zwischenstopp mit den Betreuern einlegen. „Mit letzten Instruktionen und Tipps werden wir dann losgelassen“, sagt Wallner.

In Moolman, einem Ort in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga, wird der Unterböhringer wohnen. Er teilt sich mit dem anderen Deutschen eines von sieben Zimmern in einem Gästehaus. Anfangs helfen die beiden bei der Feldarbeit mit und versorgen Tiere. Was danach ansteht, weiß Wallner noch nicht genau. Auf einer Liste, die er von der Organisation bekommen hat, stehen unter anderem Kinderbetreuung und Fahrdienste für mobile Kliniken, die in der Umgebung für die Gesundheitsversorgung zuständig sind.  Das Ländliche sei ihm lieb, sagt Wallner, der immer wieder auf der Obstwiese seiner Eltern mithilft. Auch mit Kindern hat er in der Heimat schon gearbeitet: als Leiter der Jungschar und als Betreuer beim Evangelischen Jugendwerk Geislingen. „Es können aber immer andere Aufgaben auf mich zukommen“, sagt Wallner.

Mit der Gastfamilie, die die jungen Männer beim Einleben unterstützen wird, schreibt er schon E-Mails hin und her. Er sei froh, dass die Gastmutter Engländerin ist, erzählt der 18-Jährige. Die Verständigung in dem fremden Land, in dem vor allem Kinder oft kein Englisch könnten, fordert den Unterböhringer ganz schön heraus: „Anfangs werden wir unbeholfen sein.“ Er wolle unbedingt Afrikaans, eine der Landessprachen, lernen – „zumindest ein bisschen was verstehen wäre toll“.

Mit Filmen über südafrikanische Gewohnheiten und Texten zu Religion und Geschichte hat sich der 18-Jährige auf sein Auslandsjahr eingestimmt. Er freut sich darauf, mit Einheimischen Zeit zu verbringen: „Gerade so bekommt man ja mit, wie die Menschen dort leben.“ Bei zwei Vorbereitungsseminaren hat er Info-Material bekommen und sich mit anderen  Freiwilligen aus Deutschland ausgetauscht. Dort seien sie auch über Gefahren aufgeklärt worden, sagt Wallner: „Wenn man bei Dunkelheit alleine auf die Straße geht, ist die Gefahr groß, überfallen zu werden. Das ist etwas anderes als in Europa.“ Beim Arzt hat er sich bereits gegen Tollwut, Typhus und Gelbfieber impfen lassen und sich Tabletten zur Vorbeugung von Malaria verschreiben lassen.

Er fühle sich nun gut vorbereitet und fähig, auch mit Problemen umgehen zu können. Vor Ort können sich die freiwilligen Helfer mit Fragen und Sorgen an Mentoren wenden. Übers Internet halten sie Kontakt mit Familie und Freunden. Die hätten ihm allesamt Rückhalt für seine Auslandspläne gegeben, sagt der Unterböhringer: „Alle haben gesagt: Mach das!“ Plan B wäre ein Freiwilliges Soziales Jahr in Berlin gewesen. „Aber in Deutschland habe ich ja schon 18 Jahre lang verbracht“, sagt Wallner. Jetzt ist er glücklich über seine Entscheidung.

Auch für die Zeit nach seiner Rückkehr nach Deutschland hat Wallner schon Pläne geschmiedet: Er hat sich für naturwissenschaftliche Studiengänge beworben. Bekommt er für das kommende Semester eine Zusage, könne er seinen Studienplatz auch im kommenden Jahr noch antreten, sagt der Unterböhringer. Das wolle er sich aber noch offen lassen: „Jetzt mache ich erst mal ein Jahr lang Pause.“