Abstimmung Freie Wähler unterliegen zwei Mal

Zell / INGE CZEMMEL 16.08.2018

Die kleine Lösung mit hohem finanziellem Aufwand oder die große kostenlose? Das war die Frage im Zeller Gemeinderat. Doch als zuerst musste die Frage geklärt werden, ob überhaupt abgestimmt wird. Freie Wähler und Bürgerforum hatten beantragt, diesen Tagesordnungspunkt sowie die Beschlussfassung zum Bebauungsplan zu vertagen, da von zwölf Räten nur neun anwesend sein konnten. Bürgermeister Werner Link sah dafür keinen Anlass. Das Thema sei bereits mehrfach ausführlich diskutiert worden und Gegenstand der Klausurtagung gewesen. Hans-Ulrich Lay hingegen hielt es für demokratisch bedenkenswert, dass drei Räte fehlten, die der Sache kritisch gegenüber ständen. Mit fünf zu fünf Stimmen wurde der Vertagungsantrag abgelehnt.

Link richtete den dringenden Appell an die Räte, für die große Lösung, also den Bau eines Kunstrasenplatzes mit Leichtathletikanlagen, zu stimmen. Wie auch der TSG-Vorstand sehe er darin eine zukunftsweisende Lösung, die obendrein die Gemeinde nichts koste. Die Firma Strabag würde bei dieser Variante am Zeller Berg so viel Aushub von Baustellen unterbringen, dass vom Erlös nicht nur ein Kunstrasenplatz mit Leichtathletikanlagen finanziert werden könnte, sondern sogar noch über 250 000 Euro für Folgekosten übrig blieben. Die von den Freien Wählern und dem Bürgerforum favorisierte „kleine Lösung“ – der Bau eines Kunstrasenplatzes mit geringerer Auffüllung des Geländes – koste die Gemeinde nach Abzug von Erlösen und Zuschüssen 616 000 Euro und sei in absehbarer Zeit nicht finanzierbar. Sie schlösse zudem auch Zukunftsmöglichkeiten und eine spätere Installation einer Leichtathletikanlage aus.

Link zählte eine Reihe von Entscheidungen aus der Vergangenheit auf, die sich im Nachhinein als Fehlentscheidung entpuppt hätten und stellte fest: „Es waren immer die kleineren Lösungen.“ Martin Holl entgegnete entrüstet: „Ich lehne es ab, dass Sie uns in die Ecke der ewig Gestrigen und Engstirnigen stellen.“ Es gebe Gründe dafür, nicht die gigantische Lösung zu wählen. Lay verwies auf den „stolzen Landverbrauch“ und führte ins Feld, dass Fußballer und Leichtathleten nicht zusammen trainieren könnten. Es sei nicht gesagt, dass sich die kleine Lösung sich als Fehl­entscheidung herausstellt. Genauso gut könne es auch anders herum sein. Kurt Ulmer war der Meinung, dass es eine Frage der Organisation sei, für eine gerechte Einteilung zu sorgen. Bei der Abstimmung wurde der Antrag der Freien Wähler für die kleine Lösung mit fünf zu fünf Stimmen abgelehnt, was allerdings nicht automatisch die „große Lösung“ bedeutet.

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