Uhingen Fotomuseum widmet eine Schau dem Gründer Pabst

Uhingen / KARIN TUTAS 05.10.2013
Zum zehnten Geburtstag widmet das Uhinger Fotomuseum eine Sonderschau seinem Gründer und Stifter der Sammlung, Wilhelm Pabst. Die Stadt sieht die kleine, feine Schau im Rathaus als Aushängeschild.

"Es ist eine gute und wertvolle Einrichtung." Der Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger lässt keinen Zweifel daran, dass er stolz auf dieses besondere Museum im Erdgeschoss des Rathauses ist. Raritäten aus den Kindertagen der Fotografie hat der Uhinger Fotograf Wilhelm Pabst während seines langen Berufslebens zusammengetragen. Vor zehn Jahren stifteten der 2009 verstorbene Holzhäuser und seine Frau Gertraud ihre Sammlung der Stadt Uhingen für ein Fotomuseum, das am 12. Dezember seinen zehnten Geburtstag feiert.

Die Einrichtung des Museums erwies sich als Glücksfall für die Stadt. Dank des Stifters, der sich mit seinen Bildreportagen in namhaften Zeitungen und Zeitschriften und als Theaterfotograf in ganz Deutschland einen guten Namen gemacht hatte, wuchs die Sammlung auf mittlerweile rund 400 historische Fotoapparate nebst Gerätschaften an - Geschenke aus der Bevölkerung, aber auch von Prominenten wie Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

Wer heute das Handy zückt und digitale Bilder schießt, kann nur staunen. "Kaum jemand weiß noch, wie kostenaufwendig und mit wie viel Arbeit es verbunden war, Bilder zu machen", sagt Hans Sikora, Kassier des Arbeitskreises und Beiratsmitglied des Fotomuseums. Der Holzhäuser kennt die Mühen aus eigener Anschauung. Während seines Berufslebens als Reprofotograf bei der NWZ hat er noch mit Entwickler- und Fixierflüssigkeit in der Dunkelkammer hantiert und weiß nur zu gut, welch handwerkliches Geschick die Väter der analogen Fotografie aufbringen mussten.

Rund 2500 Besucher haben in den vergangenen zehn Jahren die Zeitreise in 150 Jahre Fotografiegeschichte unternommen, in der Dauerausstellung und in verschiedenen Themenschauen die zahlreichen Kuriositäten bestaunt und einen Einblick in das Fotografenhandwerk bekommen. Keiner konnte darüber mehr erzählen als der Stifter der Sammlung, dem das Museum nun anlässlich seines runden Geburtstages nun eine Sonderschau widmet.

Im Lichthof des Rathauses wird am Donnerstag, 10. Oktober, eine Ausstellung mit Bildern Wilhelm Pabsts eröffnet, die einen Einblick in das Schaffen des Fotografen und Journalisten bietet. Neben Bildreportagen über den Bau von Windkraftanlagen bei der Firma Allgaier oder den Fischfang vor Sardinien bildet das Theater das Herzstück der Fotosammlung. Mit der Serie "Wir gehen ins Theater" in der einstigen IWZ (Illustrierte Wochenzeitung), der Wochenendbeilage der NWZ, dokumentierte Pabst ein Vierteljahrhundert Bühnenleben im ganzen Land. Auch namhafte Literaten wie den irischen Nobelpreisträger Samuel Beckett oder Martin Walser oder Hermann Lenz hat Wilhelm Pabst für das "Dichterporträt" der IWZ abgelichtet.

Die Ausstellung ist vom 11. Oktober bis 29. November montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs von 14 bis 18 Uhr, donnerstags von 14 bis 16 Uhr und samstags von 12 bis 14 Uhr im Lichthof des Uhinger Rathauses zu sehen. Während dieser Zeit ist das Fotomuseum samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

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