Das Fohlenchampionat ist eine Traditionsveranstaltung des Donzdorfer Gestüts Birkhof. Im Mittelpunkt steht der Pferdenachwuchs, den die Züchter dem Richterkollegium zur Bewertung präsentieren. Das Interesse ist ungebrochen, nicht nur das der Züchter, sondern auch die Zuschauer strömen jedes Jahr in Scharen.

Kein Wunder, das Donzdorfer Gestüt hat mit derzeit zehn stationierten Deckhengsten eine beachtliche Kollektion zu bieten. "Dieses Jahr wird der erste Jahrgang von Topas und Feriado gezeigt", sagt Jürgen Casper. Um 9 Uhr geht es mit der Bewertung der Stutfohlen los. Mit Kennerblick nimmt das Richterkollegium die Pferdekinder unter die Lupe. Stimmt der Körperbau, sind die Bewegungsabläufe korrekt oder sogar regelrecht spektakulär? Wie verhalten sich die Fohlen im Präsentationsring? Lässt das sogenannte Interieur auf starke Nerven und umgängliches Verhalten schließen? Der Kriterienkatalog, nach dem die Pferdekinder beurteilt werden, ist lang und verlangt ein geschultes Auge.

Das Richterkollegium hat alle Hände voll zu tun. Die Nachkommen werden nicht nur nach Geschlecht getrennt bewertet, sondern mittlerweile auch nach ihrer Abstammung aus Dressur- oder Springlinie aufgesplittet. Der Grund liegt auf der Hand: "Fohlen, die von springgeprägten Hengsten abstammen, fallen oft im Bewegungsvermögen hinter den dressurgezogenen Fohlen ab", erklärt Casper.

Während bei den Dressurlinien etwa ein ausdrucksstarker Trab besticht, kommt es beim Pferdenachwuchs, der später unter dem Springsattel eingesetzt werden soll, eher auf die große, schnelle Galoppade an. Für das Fohlenchampionat werden die Mutterstuten und ihre Fohlen herausgeputzt, jeder Züchter hofft nicht nur auf eine gute, sondern auf die beste Tagesbewertung, die seinem Fohlen den Titel des Champions einbringt. Letztlich ist aber die Tagesform entscheidend.

Mancher Züchter bringt schon von Haus aus Nachteile mit, eine lange Anreise kann das Pferdekind ermüden und die gezeigte Leistung im Präsentationsring möglicherweise schlechter erscheinen lassen, als sie tatsächlich ist. Für die Stutfohlen geht ab 11.30 Uhr die zweite Runde los, dann werden die zehn besten Nachwuchspferde noch einmal präsentiert und die künftige Championesse ausgewählt.

Ab 14 Uhr werden die Hengstfohlen vorgestellt, das große Championatsfinale beginnt gegen 16.45 Uhr. Das Schauprogramm hat jedes Jahr viele Liebhaber, ab 12 Uhr werden nicht nur die Gestütshengste unter dem Sattel gezeigt, sondern auch einige Nachwuchspferde und für so manchen Züchter fällt hier die Entscheidung für die Wahl des Deckhengstes in der kommenden Saison. Präsentieren, verkaufen und kaufen: Das Championat ist die Plattform für Züchter und Reiter, wo schon so manches Pferdekind einen neuen Besitzer gefunden hat.