Donzdorf Flugtag zieht Tausende Besucher an

Donzdorf / Axel Raisch 27.08.2018
Unterschiedliche Wetterlagen begleiteten die Jubiläumsflugtage der Donzdorfer Fliegergruppe 1928 am Wochenende auf dem Messelberg. Am Ende zählten die Veranstalter 5000 Besucher.

Bei bestem Wetter strömten die Besucher am Sonntag zu dem Flugspektakel, das für Flieger und Laien, für Groß und Klein stets viel zu bieten hat. So konnten sich die Veranstalter zum 90. Geburtstag trotz regnerischem Samstag am Ende über insgesamt rund 5000 Besucher freuen.

Für Julian Geiger aus Böhmenkirch hielt die Traditionsveranstaltung in diesem Jahr eine Premiere bereit. Der 28-Jährige war 2018 erstmals der Mann am Steuer des pyrotechnischen Kunstflugs. Zusammen mit seinem Vater Rolf hatte er in wenigen Wochen die entsprechenden Vorrichtungen an sein Segelflugzeug „Salto“ angebaut und Privates dafür zurückgestellt.

Denn die Nachricht, dass der langjährige Feuerwerksflieger Henry Bohlig aus Biberach als frischgebackener Opa nun in den fliegerischen Ruhestand getreten ist, erwischte die Donzdorfer Flieger kalt und kurzfristig. Umso mehr freuten sich nun alle Beteiligten, dass die Premiere ein voller Erfolg war. Für das kommende Jahr versprechen Vater und Sohn Geiger eine weitere Aufrüstung des Flugzeugs.

„Man muss die Clubs bewundern, was sie auf die Beine stellen“, sagt Alfred König aus Aalen – gerade auch angesichts der sicherheitstechnischen Anforderungen. Der passionierte und professionell ausgestattete Fotograf hat sich auf Flugzeuge und deren Vorführungen spezialisiert und in diesem Jahre erstmals Donzdorf den Vorrang vor dem Flugplatzfest in Albstadt-Degerfeld gegeben. Er ist auf allen großen und kleinen Flughäfen der Republik unterwegs, zivil wie militärisch, von Frankfurt bis Neuburg. Von der Donzdorfer Anlage ist er begeistert, auch in fototechnischer Hinsicht.

Der pyrotechnische Kunstflug war einer der Höhepunkte des Samstagabends. Währen dieser zu Beginn der Dämmerung vorbereitet wurde, stimmte Uwe Freitag die Zuschauer mit einem großen beleuchteten Modellsegler auf das anstehende Feuerwerk ein. Nach Einbruch der Dunkelheit „haben drei junge Ladies eine super Feuershow geboten“, berichtet der Pressesprecher der Fliegergruppe, Michael Baer. Danach heizte Gus Leibold den Gästen in der Flugzeughalle mit Country Rock ein. Die „super Stimmung“ freute Daniel Frank und Michael Baer vom Team Öffentlichkeitsarbeit der Flieger noch am Sonntag. Der Regen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehört.

Die Vorführungen der Modellflieger wurden jedoch vom Regen beeinträchtigt. Und auch der Besuch blieb mit knapp 1000 Gästen unter den Erwartungen. Angesichts des schlechten Wetters sei er jedoch erstaunlich gut gewesen, sagt Daniel Frank vom Presseteam. Die Fliegerei sei eine Outdoorsportart, bei der man auch immer mit solchen Wetterlagen rechnen müsse, sagt Michael Baer. Man habe das Beste daraus gemacht. „Wir haben nur Top-Modellpiloten zu Gast, die ihr Handwerk verstehen“, betont Michael Baer. So hätte sofort auf das Wetter reagiert werden können. Die Zuschauer bekamen daher auch noch Modellflug zu sehen. Unter anderen von Thomas Maier aus Göppingen, der zwei Flugmodelle mit seinem E-Bike auf den Messelberg gezogen hatte. Darunter das Modell einer Douglas c124 Globmaster. Besonders bedauerlich: Maiers nur 4,8 Kilogramm leichtes, überwiegend aus 1mm dünnem Balsaholz gebautes Modell fiel dem frischen Wind am Samstag zum Opfer.

Der jüngste Modellflug-Pilot sei 12 Jahre alt gewesen, berichtet Daniel Frank. Kunstflieger, die bereits am Samstag aus Albstadt anreisen wollten, flogen nun am Sonntag ein und begeisterten die vielen Besucher. „Sie brauchen Wolkenuntergrenzen, denn es geht hier in die Vertikale“, erklärt Baer. Es sei richtig, dann lieber zu verschieben. Zahlreiche namhafte Piloten boten am Sonntag Kunstflugvorführungen. In der alten französischen Militärmaschine Broussard und mit einem Hubschrauber wurden ebenso Rundflüge angeboten wie in kleineren Maschinen. Für drei- bis achtjährige Nachwuchspiloten gab es einen Parcours mit Tretflugzeugen und zur Belohnung einen „Flugschein“.

Unter vielen Attraktionen war auch wieder die Dornier Do 27- Formation mit Maschinen und Fallschirmspringern des Fürstenberg-Teams zu Gast. Zum Jubiläum flog in diesem Jahr auch das in den 50er Jahren gebaute „Grunau Baby“. Der Vereinsoldtimer hat das Nummernschild „D-1928“.

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