Göppingen Dank der Sommerschule fit ins neue Schuljahr

Konzentration und Selbstvertrauen sind beim Aktivprogramm der Sommerschule Göppingen gefragt.
Konzentration und Selbstvertrauen sind beim Aktivprogramm der Sommerschule Göppingen gefragt. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Maximilian Haller, Linda Hofele, Hannah Reinert 06.09.2018
In den Ferien büffeln und pauken muss nicht langweilig sein. Das beweist die Göppinger Sommerschule mit einem Erlebnisprogramm.

Stück für Stück klettert die 13-jährige Melisa Gülle auf den Bierkisten in die Höhe. Mit jedem Schritt nach oben stapelt sie eine neue Kiste auf den immer größer werdenden Turm. Ihr Ziel: die in rund sieben Metern Höhe hängende Glocke zu läuten.

Ausdauer und Adrenalin sind beim Erlebnisprogramm auf dem Aktivspielplatz in Ursenwang gefragt. Melisa ist eine von rund zwei Dutzend Schülerinnen und Schülern aus dem Landkreis, die dort einen Teil ihres Sommerschulprogramms verbringen. Jedes Jahr wird Schülern die Möglichkeit geboten, in der letzten Ferienwoche Grundkenntnisse aufzufrischen und fit in das neue Schuljahr zu starten. Damit die Paukerei nicht zu kopflastig wird, bietet das Göppinger Haus der Jugend spielerische und sportliche Aktivitäten an.

„Es ist ein ausgewogenes Spaß-Lern-Programm“, findet Jochen Laser, Lehrer der Walther-Hensel-Schule. Die Göppinger Grund- und Werkrealschule organisiert das einwöchige Sommerprogramm zusammen mit dem Haus der Jugend. Aus dem gesamten Landkreis verteilt kommen die Werk- und Gemeinschaftsschüler in die Sommerschule, um sich auf die neunte Klasse vorzubereiten.

Nach einem kurzen Morgenbriefing werden die Schüler in drei Lerngruppen eingeteilt. Jeweils eine Stunde wiederholen sie den Lehrstoff der Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Nach dem gemeinsamen Mittagessen beginnen die Nachmittagsaktivitäten. „Das ist keine richtige Schulatmosphäre, sondern eher ein lockeres Beisammensein“, erklärt Jochen Laser.

Persönlichkeitsbildung und soziale Kenntnisse zu vertiefen, sind laut dem Lehrer ein wichtiger Aspekt der Sommerschule. Zudem seien einige Schüler mit Fluchthintergrund bei dem Projekt dabei. „Die wollten unbedingt teilnehmen, um die deutsche Sprache zu lernen oder zu verbessern“, berichtet Laser.

Bei den Schülern ist das Bildungsangebot beliebt: „Wir hatten einen Rekord mit rund 30 Anmeldungen. Das spricht auch für den Ruf der Sommerschule“, sagt Laser. Die 14-jährige Viktoria Schock sieht in der Sommerschule eine gute Vorbereitung auf das angehende Schuljahr. „Da kommt das Gehirn nach den fünf Wochen wieder auf Touren“, sagt die Schülerin der Walther-Hensel-Schule. Sie genieße die Chance, neben der Vorbereitung und der Wiederholung des Stoffes neue Leute kennenzulernen.

Auch dem 14-jährigen Eric Allmendinger von der Staufeneckschule gefällt das Sommerprogramm. Für ihn sei das frühe Aufstehen am Morgen auch nicht tragisch. Er könne sich dadurch besser daran gewöhnen, morgens den Tag früher zu beginnen, wenn die Schule am kommenden Montag wieder startet.

Innerhalb von nur einer Woche seien bei vielen Schülern bereits Verbesserungen festzustellen, berichtet Jochen Laser. Er resümiert: „Die Sommerschule ist eine tolle Sache und es wäre schön, wenn es das auch weiterhin geben würde.“

Grundschulen und berufliche Gymnasien sind dabei

Testlauf Dieses Jahr gibt es in Baden-Württemberg 47 Sommerschulen, an denen 1300 Schüler teilnehmen. Erstmals wird das Bildungsangebot in einem Pilotprojekt auch an acht Grundschulen getestet. An sechs Standorten wird das Sommerschulkonzept in diesem Schuljahr auch zum ersten Mal an beruflichen Gymnasien erprobt.

Finanzierung Bis 2016 hatte das Schulamt Göppingen die Sommerschule in der Hohenstaufenstadt veranstaltet. Seither organisiert die Göppinger Walther-Hensel-Schule das jährlich stattfindende Bildungsangebot. Finanziert wird die Sommerschule von der Stadt selbst, es fallen keine
Elternbeiträge an.

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