Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und in den Produktionshallen werden auf mittlerweile engstem Raum Geräte für die Hochspannungstechnik gebaut und geprüft - die Kapazitätsgrenzen in Salach scheinen erreicht. "Die Nachfrage ist sehr gut - die Anforderungen werden immer komplexer und auch die Branchen und Märkte, in denen unsere Produkte gebraucht werden, werden immer vielfältiger", berichtet Dr. Hartmut Simon, Geschäftsführer der Guth GmbH in Salach.

Darum wird nun angebaut - es entstehen neue Büros für die Planungsabteilung und die Verwaltung. "Dann ziehen vor allem die Schreibtischarbeitsplätze um und es werden Flächen für die Produktion frei", berichtet auch sein Sohn Marc Simon, der ebenfalls im Unternehmen mitarbeitet und langfristige Pläne hat. "Wir stellen uns bewusst sehr vielfältig auf, damit wir mehrere Branchen als Standbeine haben", berichtet er - so sei die Perspektive sowohl für die Unternehmerfamilie, aber auch für die Mitarbeiter sehr zukunftsorientiert. In Salach sind es rund 50 Mitarbeiter, in Rosenheim sind bei der dortigen Firma FuG Elektronik GmbH 100 Menschen beschäftigt. Beide Unternehmen, die früher Mitbewerber waren und heute unter dem Dach der Simon Consulting Gruppe zusammengefasst sind, arbeiten Hand in Hand und es werden zahlreiche Synergien genutzt.

Das Salacher Unternehmen ist bei Forschungsprojekten genauso aktiv wie bei Kundenprojekten, bei denen es für die meist hochpräzisen Geräte recht umfassende Einsatzmöglichkeiten gibt - auch wenn sie grundsätzlich ein Nischenprodukt sind. Die wenigsten Apparate kommen dabei von der Stange, es sind immer individuelle Projekte, die geplant und realisiert werden. "Gerade dieses große Spektrum an Aufgaben ist es, das für unsere Mitarbeiter interessant ist", berichtet Hartmut Simon, der für seine Expansionspläne neue Arbeitsplätze schafft: Elektroniker, die zum Beispiel aus dem Schaltschrankbau kommen, aber auch Elektrotechnik-Ingenieure, die Leistungselektronik und Steuerungstechnik beherrschen, hätten beste Perspektiven, weiß der Unternehmenschef, der von den zahlreichen Projekten berichtet, in denen die Guth- oder FuG-Produkte weltweit im Einsatz sind.

So zum Beispiel von Hochspannungsgeräten, die in einem speziellen Verfahren hauchdünne Metallschichten auf Glas oder andere Materialien fixieren können, damit die Oberfläche von Brillengläsern oder Smartphone-Touchscreens nicht verkratzt werden. Ein weiteres Beispiel: Geldscheine. Ein Hochspannungsgerät von Guth ist Teil des Produktionsprozesses, mit dem der silberne Sicherheitsstreifen auf Banknoten beschichtet wird - ebenfalls hauchdünn und mit Know-how von Guth.