Filstalrock 2500 Besucher haben „a nice day“ in Eislingen

Eislingen / Sabine Ackermann 04.08.2018

Hände nach oben, hallo, geht’s euch gut?“, die Stimme von Oliver Henrich, Sänger der Bon-Jovi-Tribute-Band Bounce, ist schon von weitem gut zu hören. Es ist kurz nach halb sieben Uhr abends. Aus allen Himmelsrichtungen strömen die Besucher zum Schlosspark: Das erste Konzert von insgesamt fünf des nunmehr dritten Eislinger Filstalrocks steht an. Junge Familien mit Babys und Kleinkindern, die es sich weit entfernt vom Bühnengeschehen mit Decken und Spielzeug gemütlich machen, Gruppen, Singles sowie Paare im Frühling, Sommer oder Herbst ihres Lebens:

Bon-Jovi-Fans sind wie ihre Lieder alters- und zeitlos, sind trotz Affenhitze und langer Schlangen vor den Getränke- und Essenständen recht entspannt. Kaum jemand, der wüst drängelt, jeder wird bis zur Bühne vorgelassen, um einen Blick auf die fünf erstklassigen Musiker zu werfen. Und das lohnt sich besonders bei Frontman Oliver Henrich – nicht wenige Mädels, die den Gitarristen mit seinen eisblauen Augen und der positiven Ausstrahlung als „Sahneschnittchen“ bezeichnen.

Instrumental sowie gesanglich waren Titel wie „Stick to your games“, „In these arms“, „Have a nice day“ oder „Wanted dead or alive“ kaum vom Original zu unterscheiden. Besonders die tätowierte Sturmspitze vereinnahmt die komplette Bühnenfläche für seine Bon-Jovi-typischen Posen und akrobatischen Sprints. Kommuniziert mit Blicken und Gesten mit dem jubelnden Publikum, interpretiert auch die hohen Passagen in „Livin on a prayer“ oder „Runaway“ und wirft sich vor diesem weitersingend mit klitschnassen Haaren auf die Knie. Mehr Einsatz geht nicht. „Dagegen klingt Techno und Hip-Hop voll minderbemittelt“, betont Gymnasiastin Lea, die von der Gruppe hin und weg ist und ein Faible für solche alten Klassiker hat. „Das Fest hat nicht diesen Konzertcharakter – man trifft sich.“ Tina Stroheker gefällt besonders die Lockerheit, die hier gut funktioniert. Auch ihr Mann Peter Ritz ist nicht speziell wegen der Musik hier, beide finden die Atmosphäre gut.

„Das läuft hier recht gut“

Von Anfang an beim Filstalrock dabei ist Patrick Böttcher aus Sonnenbühl mit seinem süßen und herzhaften Crepes-Stand, für viele eine willkommene Anlaufstelle. „Das läuft hier recht gut“, verrät der Inhaber und muss schon wieder Wechselgeld holen.

Johannes Leichtle ist mit der Resonanz des ersten Filstalrock-Konzerts sehr zufrieden. 2500 Besucher – das sei „mengenmäßig fast vergleichbar mit der Beatles-Tribute-Band von 2017, da hatten wir bis dato die meisten Besucher“, verrät der Veranstalter der Firma „bankettplus“. Die Tendenz sei steigend, sagt Leichtle, der mit der gleichen Bandbesetzung in jeweils fünf Konzerten dienstags in Kornwestheim und mittwochs in Sindelfingen für Stimmung sorgt.

Besucherin Sabine Pressmar ist nicht zum ersten Mal da und würde sich über mehr Stehtische freuen. „Man hat halt hier kaum die Möglichkeit, sein Getränk abzustellen“, bemängelt die Eislingerin.

Rein gar nichts zu bemängeln hat Rüdiger Trautmann und sein Team vom Roten Kreuz: „Eine total ruhige Veranstaltung ohne Alkohol-Exzesse oder Schlägereien“, lobt der DRK-Bereitschaftsleiter aus Eislingen. Und genau so sollte es ja auch sein.

Im Dezember in der Grugahalle

Bounce Eher verhalten begann die Band Bounce im Jahr 2001 ihre Karriere. Inzwischen gehört die Gruppe mit 65 Shows pro Jahr zu den am meisten gebuchten Bon-Jovi-Tribute-Bands Europas. Am 8. Dezember geben „Bounce & Orchestra“ ein Konzert in der Essener Grugahalle. Das Besondere für die fünfköpfige Band aus Wülfrath ist, dass das Original Bon Jovi dort vor 25 Jahren am 8. Mai 1993 selbst gerockt hat.

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