IRE-Halt Filstalbahn: Pendler dürfen hoffen

Eine Regionalbahn aus Stuttgart trifft in Geislingen ein.
Eine Regionalbahn aus Stuttgart trifft in Geislingen ein. © Foto: Markus Sontheimer
Kreis Göppingen / JOA SCHMID/KARSTEN DYBA 08.09.2016
Neue Hoffnung für Pendler: Die Anzeichen dafür, dass Süßen doch noch einen morgendlichen IRE-Halt bekommen wird, verdichten sich.

Dieses Schreiben macht Zugfahrern im Landkreis Hoffnung: In einem Brief an den Böhmenkircher CDU-Bundestagsabgeordneten Hermann Färber stellt Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erneut Verbesserungen für Pendler nach Ulm in Aussicht. Unter bestimmten Voraussetzungen sei ein IRE-Halt auf dem Bahnhof in Süßen möglich, heißt es in dem Schreiben. Zudem ließe sich durch eine Verschiebung der Haltezeit in Geislingen abends eine schnellere Verbindung für Pendler aus Ulm nach Süßen ins mittlere Filstal erreichen. Wichtig ist dies auch für Pendler aus dem Lautertal.

Färber hatte im Juli den Minister schriftlich gebeten, die Pläne für die Gestaltung des Schienenverkehrs im Filstal „nochmals zu überdenken“. Hintergrund war der Ärger darüber, dass in  Süßen kein IRE-Halt vorgesehen ist. „Mit dem kommenden Fahrplanwechsel für die Bahnstrecke Stuttgart – Ulm werden die Zughalte für schnelle Verbindungen insbesondere im mittleren Filstal weniger“,  hatte Färber kritisiert.

Der CDU-Politiker war nicht der einzige, der Sturm lief gegen die Nachteile, die der neue Fahrplan mit sich bringt. Die Geislinger CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi und ihr Göppinger Kollege von den Grünen, Alexander Maier, kritisierten den Fahrplan genauso wie Bürgermeister der betroffenen Kommunen oder Vertreter des Landkreises.

Zwar gibt es künftig dank stündlicher IRE-Stopps in Geislingen und Göppingen mehr schnellere Zugverbindungen nach Stuttgart und Ulm. Die Regionalexpresszüge werden gestrichen, die Regionalbahnen verkehren aber nur bis Geislingen. Dort müssen die Fahrgäste entweder in den IRE umsteigen oder 20 Minuten warten, bis die Regionalbahn von schnelleren Zügen überholt worden ist und nach Ulm weiterfahren kann.

Anliegen der Kommunen ist vor allem die Verbindung von Süßen nach Ulm. Die wird offenbar immer wahrscheinlicher. In dem Schreiben an Färber brachte Minister Hermann erneut einen Kompromissvorschlag der Nahverkehrsgesellschaft ins Spiel. Sie hatte den morgendlichen IRE-Halt in Süßen bereits am 27. Juli bei einem Krisengespräch mit Vertretern des Landkreises und der Stadt Süßen im Stuttgarter Verkehrsministerium vorgeschlagen.  „Am Abend könnte das Problem dadurch gelöst werden, dass die Regionalbahn Stuttgart-Ulm nicht in Geislingen, sondern in Süßen überholt würde“, schreibt Hermann.

Morgens würde der zusätzliche Halt in Süßen dadurch kompensiert, dass der Zug nicht in Esslingen hält. Allerdings müsse die DB Netz AG und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg noch prüfen, ob die gewünschten Änderungen  überhaupt in den dichten Fahrplan auf der Filstalbahn passen.

Razavi begrüßt es, dass das Verkehrsministerium auf die Kritik aus der Raumschaft reagiert hat. Verkehrsminister Hermann bemühe sich offenbar,  nachträglich noch Verbesserungen hinzuzubekommen.

Es gelte nun, eine Verkehrskonferenz mit dem Minister  in Süßen abzuwarten. „Das ist alles noch im Prozess. Man muss jetzt erst mal abwarten, bis die Vorschläge endgültig auf dem Tisch liegen“, so Razavi.

Info: Bei einer Verkehrskonferenz am Montag, 19. September, in Süßen beraten Bürgermeister und Gemeinderäte der betroffenen Kommunen sowie  Kreisräte und der Landrat  mit Verkehrsminister  Winfried Hermann über Verbesserungsvorschläge.