Baugebiet Feuerwehrgerätehaus bleibt Zankapfel

Böhmenkirch / Thomas Hehn 08.06.2018

Mitte Mai hatte die Verwaltung die für den Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses erforderliche Änderung des Bebauungsplanes „Hungerberg“ noch kurzfristig von der Tagesordnung genommen, weil Anwohner Bedenken wegen des Lärmschutzes und der Parkplatzsituation hatten. Inzwischen seien die offenen Fragen mit den Anliegern in „konstruktiver Atmosphäre“ geklärt worden, versicherte Bürgermeister Matthias Nägele, als das Thema am Mittwoch erneut im Gemeinderat behandelt wurde.

Umstritten bleibt das Projekt aber weiterhin, auch im Gemeinderat: „Ich bleibe dabei: Das ist der falsche Platz. Der ist für zukünftige Entwicklungen viel zu klein“, proklamierte Erwin Lang demonstrativ. Die Parkplätze auf dem Gelände reichten ebenfalls „hinten und vorne nicht aus: Da wird der Friedhof mit belegt.“ Weil auch eine ursprünglich angedachte gemeinsame Lösung für Bauhof und Feuerwehr nicht richtig geprüft worden sei, werde er gegen die Planänderung und damit auch das Feuerwehrhaus – zumindest an dieser Stelle stimmen, konstatierte Lang. Marco Kühn hieb in dieselbe Kerbe: „Hat man den Abstand zum Friedhof geklärt? Die Friedhofsordnung schließt störende Betriebe aus.“ Angesichts der eher seltenen Einsätze sei die Feuerwehr wohl kaum mit einem Gewerbebetrieb zu vergleichen, sagte darauf der Bürgermeister.

Alexander Aubele platzte angesichts der erneut aufflackernden Grundsatzdiskussion der Kragen: „Ich kann das allmählich nicht mehr hören. Wir sollten nicht immer alles zu Tode reden“, schimpfte der Gemeinderat und stellvertretende Feuerwehrkommandant. Eine gemeinsame Lösung sei sicher günstiger, dafür habe man im Ort aber keine ausreichend große Fläche gefunden. Generell sei die zentrale Lage und damit die Nähe zum Einsatzort wichtiger, betonte Aubele.

„Habt ihr gangbare, andere Vorschläge“, hielt Philipp Elwert den Kritikern entgegen. Der Bürgermeister wiederum hatte zuvor betont, dass sich für die Anwohner durch die Änderung nichts ändere, was die Festsetzungen im bisherigen Bebauungsplan betrifft. Nach dem mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung gefassten Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss wird der Bebauungsplan nun nach Paragraf 13b Baugesetzbuch im „beschleunigten Verfahren“ geändert. Damit entfallen unter anderem die sonst vorgeschriebene Umweltprüfung und erforderliche Ausgleichsmaßnahmen.

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