Rechberghausen Festliche Bläsermusik

"Six for Brass" um den Leiter der Schurwald-Musikschule, Remo Steiner gaben in Rechberghausen ein Weihnachtskonzert.
"Six for Brass" um den Leiter der Schurwald-Musikschule, Remo Steiner gaben in Rechberghausen ein Weihnachtskonzert. © Foto: Philip Schwarz
ANNEROSE FISCHER-BUCHER 29.12.2015
Zum Ausklang des Jubiläumsjahres spielte das Bläserensemble "Six for Brass" um Musikschulleiter Remo Steiner in der evangelischen Kirche von Rechberghausen ein abwechslungsreiches Programm.

Gleich ab dem ersten Klang war klar, dass da in der Jesus-Christus-Kirche in Rechberghausen zwischen den Jahren keine Laien am Zug und an den Ventilen waren, sondern Profis. Das zeigte sich schon an der strukturierten Programmauswahl, die in einzelnen Blöcken Konzertantes und Virtuoses aus dem Barock, Ballettmusikausschnitte aus Romantik und Moderne sowie Variationen von Weihnachtsmusik in jazzig-moderner Form enthielt.

Fünf Kollegen des Schurwald-Musikschulleiters Remo Steiner, der durch das Programm führte, spielten im gemeinsamen Ensemble "Six for Brass" festliche Bläsermusik zwischen den Jahren, die sich durch vorzügliches Zusammenspiel, Wohlklang und reine Intonation der jeweiligen Instrumente auszeichnete. Die sechs Herren beherrschten ihre Instrumente Trompete, Posaune und Tuba virtuos und interpretierten in feinen Abstufungen die verschiedenen Genres dynamisch höchst differenziert, mit weichem vollem Ton, schmetternden Fanfarentönen, mit durchdringendem hellen Strahl oder abgedunkeltem Timbre. Zwei Stücke von Henry Purcell aus einer Suite umrahmten das Konzert, bevor eine Arie aus Händels Messias und der Satz "Pastorale" aus dem Weihnachtskonzert für Streicher von Arcangelo Corelli gespielt wurden.

Ob sich eine Bass-Arie mit Trompete für ein Arrangement für Bläser eignet, darüber lässt sich streiten. Überraschend gut getroffen war jedoch das Wiegend-Ruhige und Zart-Heitere der Hirtenmusik. Beim Concerto für zwei hohe Trompeten von Antonio Vivaldi war dann Virtuosität pur gefragt. Ein besonderes Schmankerl hatte sich das Ensemble vor den Ballettmusiken von Tschaikowskys "Nussknacker" und Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen" ausgesucht: die Romanze des tschechischen Komponisten und Zeitgenossen Pavel Stanjek für zwei Euphonien, die zu den Flügelhörnern gehören und in der Baritonlage erklingen. Weihnachtlich populäre Sätze wie "Sind die Hirten schon da", "Mary's Boy Child" und "White Christmas" von Irving Berlin, die traditionelle Motive in jazzig-moderner Form aufnahmen, leiteten zu einem Weihnachtsmedley "Vorsicht Weihnachten!" über, hatte doch Remo Steiner zur Freude des Publikums gesagt: "Vorsicht, wir kommen nächstes Jahr wieder."

Zum Abschluss spielten die sechs Musiker das "Halleluja" aus Händels Messias, was zum krönenden Höhepunkt geriet. Martin Pschorr vom Ensemble hatte fast alle Stücke fachmännisch arrangiert und für Bläser zurechtgeschnitten, da sie für andere Originalinstrumente komponiert worden waren. Am Ende mussten die "Six for Brass", Jürgen Degeler, Timo Gneipelt und Remo Steiner (Trompeten), Martin Pschorr und Rainer Häußler (Posaunen) sowie Alfred Sutter (Tuba) noch zwei Zugaben spielen.