Heimatvertriebene Fest zu Ehren alter und neuer Heimat

Süßen / Margit Haas 14.06.2017

Seitendorf liegt im mährisch-schlesischen Landesteil im Nordosten der heutigen Tschechischen Republik. Von dort waren in der Folge des Zweiten Weltkrieges die deutschen Bewohner vertrieben worden. Viele fanden in Süßen eine neue Heimat. Und laden seit über 30 Jahren zu einem jährlichen Heimattreffen ein.

Vor 55 Jahren übernahm die Stadt die Patenschaft über die Gemeinde Seitendorf. Das wird jetzt gefeiert: Manch ein Süßener werde sich noch an das Jahr 1962 und die Besiegelung der Patenschaft erinnern, sagt Dr. Rolf Deibele vom Freundeskreis Alte Marienkirche. „Die ersten Jahre nach Krieg und Vertreibung waren geschafft, die anfänglichen Ressentiments überwunden, Vertrauen gefasst, Freundschaften geschlossen, gemeinsame Pläne verwirklicht.“ Ein Weg im Park am Filsbogen erinnert ebenso daran, wie seit ein paar Jahren ein Gedenkstein, mit dessen Inschrift die Vertriebenen der Stadt Süßen „für die hilfreiche Aufnahme unserer Landsleute“ danken. Zum 55. Bestehen der Patenschaft entstand eine kleine Festschrift, die auch „die Ziele für die Vereinsarbeit formuliert“. Dies sind unter anderen die Archivierung und Digitalisierung von Dokumenten, die Anlage eines Lapidariums an der Seitendorfer Kirche mit den Grabsteinen der ehemaligen Dorfbewohner und die Begegnung von damaligen und heutigen Seitendorfern. Am Samstag wird das Jubiläum gefeiert. Auftakt um zehn Uhr ist ein Festgottesdienst in der Neuen Marienkirche. Dann lädt das Jugendorchester des Musikvereins Süßen zum Sonntagskonzert ins Gemeindehaus ein. Um zwölf Uhr grüßen Bläser vom Turm der Kirche. Ab 13 Uhr tanzt die Tanzgruppe der Kuhländler und des Schwäbischen Albvereins.