Böhmenkirch Ferienprogramm bei den Gartenfreunden

Küchenmeister Günther Stütz vom Braustüble in Geislingen bereitet mit den Kindern in der Küche der Gartenfreunde Böhmenkirch Maultaschen zu.
Küchenmeister Günther Stütz vom Braustüble in Geislingen bereitet mit den Kindern in der Küche der Gartenfreunde Böhmenkirch Maultaschen zu. © Foto: Albert Kosnopfel
ALBERT KOSNOPFEL 05.08.2016
Schülerferienprogramm bei den Gartenfreunden in Böhmenkirch: Beim "Kochen mit Küchenchef Günther" haben die Kinder viel über gutes Essen gelernt.

Kinderstimmen hört man im Vereinsheim der Gartenfreunde in Böhmenkirch sonst eher selten. Zum jährlichen „Kochen mit Küchenchef Günther“ im Rahmen des Schülerferienprogramms war aber gleich eine ganze Schar von Jungen und Mädchen gekommen. Günther Stütz, vielen wohlbekannt aus dem  Braustüble der Kaiser-Brauerei in Geislingen, hatte sich wie schon im Vorjahr bereit erklärt, in der geräumigen Küche des Vereinsheims einen Kochevent anzubieten. Er verwandelte die Küche in einen Ausbildungsraum und machte die Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren zunächst mit den Grundregeln der Hygiene bekannt.

Danach setzte eifriges Treiben ein: über 200 Kartoffeln waren zu schälen und zu schneiden, ebenso die Karotten für die Füllung der Maultaschen, Äpfel für den Apfelstrudel und vieles mehr. Kräuter wurden gehackt. Erstaunlich, was alles in die Füllung einer Maultasche gehört: „Was, da muss Spinat rein?“

Wie drückt man eine Zitrone aus, wenn man gerade keine Zitronenpresse zur Hand hat? Wozu dient die Zitrone, wenn man Äpfel verarbeitet? Warum sind frische Zutaten bereits verarbeiteten Produkten vorzuziehen?

Mit steigender Begeisterung kneteten die Kinder Teig, bestrichen, falteten und schnitten ihn zu. Alle waren hoch konzentriert und es war erstaunlich, wie schnell sich die Kinder die Fertigkeiten aneigneten und bald geschickter waren als so mancher altgediente Hobbykoch. Günther war ständig unterwegs von einer Arbeitsgruppe zur anderen, korrigierte, zeigte nützliche Techniken und vergaß nie, humorvoll von seinen eigenen Erfahrungen zu erzählen.

Es wurde allen klar, dass gutes Essen eben seine Zeit braucht. Nach zwei Stunden war es soweit, dass angerichtet und aufgetragen werden konnte. All das machten die Kinder selbst. Es schmeckte, aber es war sooo viel! Also wurden die übrigen Portionen verpackt und mit nach Hause genommen.

Die Kinder hatten auch begriffen, dass sie selbst für ihr Tun verantwortlich waren und trugen unaufgefordert ab. Eine technikbegeisterte Gruppe von Jungs bemächtigte sich der Großküchen-Spülmaschine und ging damit um, als hätte sie noch nie etwas anderes getan.

Für die Gartenfreunde war die Veranstaltung eine Bereicherung, zeigte sie doch, dass das von ihnen vertretene naturgemäße Gärtnern erst der Anfang ist. Die Nahrungsmittel sollten auch selbst verarbeitet werden, soweit das in unserer heutigen Welt des Fastfood noch möglich ist. Dieses Bewusstsein bei der jüngeren Generation zu wecken, ist eines der Ziele des Vereins. Im Übrigen arbeiten die Gartenfreunde auch mit dem benachbarten Gemeindekindergarten zusammen, der mithilfe des Vereins ein Schulgärtchen im Rahmen der Landesinitiative bewusste Kinderernährung betreibt.