Kreis Göppingen Fast alle Bürgermeister wollen weitermachen

Kreis Göppingen / Dirk Hülser 23.01.2018
15 Bürgermeisterwahlen versprechen im Jahr 2018 Spannung. Nur Paul Schmid (Schlierbach) räumt seinen Sessel freiwillig.

In 15 der 38 Gemeinden im Landkreis Göppingen wird in diesem Jahr der Bürgermeister oder Oberbürgermeister  gewählt – ein Superwahljahr. Bis auf einen treten alle Rathauschefs wieder an.

Bereits im Januar sind die Bürger in drei Gemeinden aufgerufen, den Chef oder die Chefin der Verwaltung neu zu wählen. Am 28. Januar treten die Amtsinhaber in Albershausen, Eschenbach und Schlat wieder an. Jochen Bidlingmaier will es in Albershausen zum zweiten Mal wissen. Vor acht Jahren ließ er mit 83,3 Prozent vier Gegenkandidaten hinter sich und beerbte den scheidenden Rathauschef Hermann Hering.

Auch Thomas Schubert in Eschenbach tritt wieder an. Für ihn wäre es dann die vierte Amtszeit. Als Gudrun Flogaus in Schlat 2010 mit 77,9 Prozent im ersten Wahlgang die Wahl gewann und zwei männliche Kandidaten hinter sich ließ, glich das einer kleinen Sensation: Sie war die erste Bürgermeisterin im Landkreis. Nun will sie es wieder wissen und kandidiert erneut.

Nur eine Woche später, am 4. Februar, sind die Bürger in drei weiteren Gemeinden aufgerufen, die Rathausspitze neu zu wählen: In Gingen, Ottenbach und Wangen.  Marius Hick schaffte 2010 auf Anhieb den Sprung auf den Chefsessel in Gingen. Mit 70 Prozent beerbte er den scheidenden Amtsinhaber Lothar Schober und ließ vier Gegenkandidaten weit hinter sich.

Wie erwartet zog der Amtsinhaber in Ottenbach, Oliver Franz, vor acht Jahren zum zweiten Mal ins Rathaus ein. Nun tritt er zum dritten Mal an. Erst eine Amtszeit hat Daniel Frey in Wangen hinter sich. Er beerbte 2010 Amtsinhaber Werner Stöckle, der nach 32 Jahren nicht mehr antrat – aber dennoch von 29,6 Prozent der Wangener gewählt wurde. Frey kam auf 56,6 Prozent und ließ – neben Nicht-Kandidat Stöckle – drei weitere Bewerber hinter sich.

Ebenfalls im Februar werden die Bürger von Böhmenkirch an die Wahlurnen gerufen. Am 25. Februar will Amtsinhaber Matthias Nägele seine zweite Amtszeit klarmachen, er beerbte 2010 den scheidenden Jürgen Lenz. Nägele kam auf 92,5 Prozent und deklassierte zwei Gegenkandidaten.

Eine Woche später, am 4. März, will Gebhardt Tritschler seinen Posten in Wiesensteig verteidigen. Es wäre dann seine zweite Amtszeit. Mit 97,7 Prozent beerbte er 2010 seinen Vorgänger Klaus-Dieter Apelt, er hatte einen Gegenkandidaten. Zuvor war Tritschler Chef im Rathaus von Mühlhausen.

Nochmals eine Woche später stehen zwei Entscheidungen an: Am 11. März wird in Adelberg und Eislingen gewählt. Als Sensationssieg ging die Wahl von Carmen Marquardt 2010 in die Annalen ein. Sie kegelte in Adelberg Amtsinhaber Wolf-Dieter Hermann mit 60,7 Prozent der Stimmen aus dem Amt und wurde so die zweite Rathauschefin im Landkreis. Hermann war 16 Jahre lang Bürgermeister, Marquardt strebt nun eine zweite Amtszeit an.

Im zweiten Wahlgang war der bisherige Bürgermeister von Birenbach, Klaus  Heininger, 2010 zum Nachfolger von Günther Frank in Eislingen gewählt worden. Mit 60,4 Prozent der abgegebenen Stimmen ließ er seinen Mitbewerber Bernd Rößner hinter sich. Rößner ist seit 1993 Bürgermeister von Kuchen. Bürgermeister Heininger wurde nach der Erhebung von Eislingen zur Großen Kreisstadt (im Jahr 2011) Oberbürgermeister und will dies auch weiterhin bleiben.

Am 15. April sind dann die Bürger in Mühlhausen aufgerufen, ihren Bürgermeister zu wählen. Nach dem Weggang von Gebhardt Tritschler nach Wiesensteig war vor acht Jahren eine Neuwahl notwendig geworden. Die entschied Bernd Schaefer mit knapp 50 Prozent der abgegebenen Stimmen im zweiten Wahlgang für sich und verwies zwei weitere Kandidaten auf die Plätze. Schaefer bewirbt sich jetzt um eine zweite Amtszeit.

Am 15. April wählen die Donzdorfer ihren Bürgermeister. Die dritte Amtszeit von Bürgermeister Martin Stölzle endet im Sommer, er ist seit 1994 im Amt, schon Ende Oktober vergangenen Jahres hatte der 56-Jährige angekündigt, wieder anzutreten.

Auch Marc Kersting will weitere acht Jahre Chef im Rathaus sein – in Süßen wird am 6. Mai gewählt. Mit 60 Prozent war er 2010 als Sieger aus dem zweiten Wahlgang hervorgegangen, insgesamt hatten drei Namen auf den Stimmzetteln gestanden. Frank Ansorge wollte 2015 seinen Chefsessel im Rathaus von Birenbach verlassen, auf den er 2010 Klaus Heininger gefolgt war. Doch seine Kandidatur in Bad Ditzenbach blieb erfolglos, jetzt kandidiert er am 17. Juni für eine zweite Amtszeit im Schurwald. Mit 51,5 Prozent hatte er vor acht Jahren im ersten Wahlgang zwei Mitbewerber hinter sich gelassen.

Auch in Schlierbach endet die Amtszeiten des amtierenden Bürgermeisters Paul Schmid. Er hat nach 32 Jahren auf dem Schlierbacher Chefsessel seinen Rückzug angekündigt. Die Wahl findet am 10 Juni statt.

Direkt hinter der Kreisgrenze im Alb-Donau-Kreis steht am 4. März eine Wahl an: In Amstetten müssen die Bürger neu wählen, nachdem Amtsinhaber Jochen Grothe seit Ende Juni krank geschrieben oder im Urlaub war. Anfang Oktober hatte er aus gesundheitlichen Gründen um seine vorzeitige Entlassung aus dem Amt gebeten. Die reguläre Amtszeit Grothes wäre erst im März 2019 zu Ende gegangen, er war seit 1995 Bürgermeister.

Die Wahltermine im Überblick

28. Januar:
Albershausen
Eschenbach
Schlat


4. Februar:
Gingen
Ottenbach
Wangen


25. Februar:
Böhmenkirch


4. März:
Amstetten (Alb-Donau-Kreis)
Wiesensteig


11. März:

Adelberg
Eislingen


15. April:

Mühlhausen

Donzdorf


6. Mai:

Süßen

10. Juni:

Schlierbach


17. Juni:

Birenbach

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