Kunst Farbkompositionen von Veronica von Degenfeld

Farbkompositionen von Veronica von Degenfeld sind von morgen an auf Schloss Filseck zu sehen.
Farbkompositionen von Veronica von Degenfeld sind von morgen an auf Schloss Filseck zu sehen. © Foto: Margit Haas
Uhingen / Margit Haas 12.07.2018

Farben, die zu explodieren scheinen, die, kraftvoll gestaltet, zur näheren Betrachtung einladen, entpuppen sich bei näherer Betrachtung als üppige Gärten. Als Naturräume, die wie in dem Bild „Cerulean“ alles enthalten, was glücklich macht: eben die überbordende Natur, die Tiere, Früchte und Formen hervorbringt, die das Herz weit machen.

Der Künstlerin Veronica von Degenfeld sind diese Naturräume fast immer auch Orte der Begegnungen, Gärten, die positiv auf Menschen wirken, Szenen, die paradiesisch erscheinen und die tatsächlich biblische Hintergründe haben. Diese Begegnungen sind vom Betrachter zu erkunden. Nicht auf den ersten, manchmal auch nicht auf den zweiten Blick, aber mit offenen Augen und Sinnen erschließen sie sich „dem Gegenüber des Bildes, mit dem ich einen Dialog führen, dem ich aber nichts aufdrängen möchte“, betont die in Rom, Paris und München ausgebildete Künstlerin.

In den kommenden Wochen stellt sie auf Einladung des Förderkreises Schloss Filseck in den Räumen des Schlosses aus. Es war „Das Hohe Lied der Liebe“ des Alten Testaments, das sie schon als ganz junge Frau mit seinen gleichzeitig realen wie poetischen Beschreibungen des „Garten Eden“ geprägt und künstlerisch inspiriert hat. Bei aller Poesie und Spiritualität haben auch die Werke der Eybacherin „einen Bezug zur Realität“, so die Künstlerin. „Sonst sind sie nicht mehr allgemeingültig und verhindern den Dialog, die Kommunikation.“

Die Palme als Urpflanze und „Freund des Menschen“ spielt in allen Bildern eine wichtige Rolle. Ein ganzer Palmengarten tritt dem Betrachter in einem Bild gegenüber. Im Vordergrund tiefblau leuchten sie am Horizont rot auf – „könnten auch Sterne sein“. Aus dem Gewirr der Bäume treten zwei Personen hervor. „Die rechte trägt etwas in sich, vielleicht ist sie schwanger.“ Der Bildtitel „Erwartung“ hätte so doppelten Sinn: das künftige Leben und die Überraschungen aus der menschlichen Begegnung.

„Ostermorgen“ hat die lebensfrohe und temperamentvolle Künstlerin, die seit 20 Jahren in Deutschland und Frankreich, in der Schweiz und Österreich, in Italien und New York ausstellt, eine weitere Arbeit genannt. Die leuchtenden Farben des Sonnenaufganges, des Beginns des neuen Tages bilden den kraftvollen Hintergrund der Begegnung Maria Magdalenas mit Jesus. Der Mut dieser biblischen Figur fasziniert die Künstlerin, die für sie eine Identifikationsfigur ist.

Auf Schloss Filseck begegnet ihr der Besucher der Ausstellung mehrfach. Für die seit ihrer Kindheit religiös geprägte Malerin ist sie wie die christliche Lehre überhaupt „Inspirationsquelle und befreiend“. Bei aller Ernsthaftigkeit ihres künstlerischen Schaffens gelingt es Veronica von Degenfeld, ihren Werken eine Leichtigkeit zu geben, die dem Betrachter die Freiheit der eigenen Interpretation lässt. Margit Haas

Info Ausstellungseröffnung ist morgen  ab 19.30 Uhr im Leutrum-Saal von Schloss Filseck (bis 2. September täglich von 10 bis 17 Uhr)

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