Uhingen Fachkräftetag im Uditorium kommt gut an

Wie man sich am besten für ein Vorstellungsgespräch schminkt und welche Kleidung man bei diesem Termin tragen sollte, konnten die Besucher beim Fachkräftetag in Uhingen erfahren.
Wie man sich am besten für ein Vorstellungsgespräch schminkt und welche Kleidung man bei diesem Termin tragen sollte, konnten die Besucher beim Fachkräftetag in Uhingen erfahren. © Foto: Sabine Ackermann
Uhingen / SABINE ACKERMANN 13.07.2015
Gut angenommen wurde die Premiere des Fachkräftetags, bei dem sich am Samstag vor allem viele Frauen sich informierten. Auch die Vorträge im Uhinger Uditorium kamen bei den Besuchern gut an.

"Meine Kinder gehen jetzt in die Schule und sind recht selbständig. Jetzt ist die Zeit um mich weiterzubilden gerade richtig. Mal sehen, was die Experten mir so raten", sagt Daniela Messner, die zuvor als Erzieherin arbeitete und nun mit 37 Jahren den beruflichen Wiedereinstieg in Angriff nehmen will. Aus einem ganz anderen Grund ist Ramona Heim beim Uhinger Fachkräftetag. Die Mittvierzigerin aus Eislingen möchte sich Tipps in Sachen Kleidung, Frisur und Make-up für ihr Vorstellungsgespräch holen. "Dass ich einem potentiellen Chef gegenüber sitze, liegt ja bei mir schon gut und gern dreißig Jahre zurück."

Auch wenn das Uditorium nicht so voll wie im Herbst bei der Bildungsmesse für Schulabgänger ist, sind die Aussteller rundum zufrieden. "Wir haben qualitativ gute Gespräche. Besonders bei Frauen über 45 ist das Interesse im Bezug auf berufliche Weiterbildung mit IHK-Abschlüssen zum Fach- oder Betriebswirt recht groß", berichtet Petra Schall von der Akademie der Kaufmännischen Schule Göppingen.

Noch viel Zeit hat da die 13-jährige Hanna aus Wäschenbeuren, die in Lorch das Gymnasium besucht und in Mathematik und Deutsch ihre Stärken sieht. Mit ihrer Mutter Daniela Fussenegger will sie sich mal ganz zwanglos informieren, welche Möglichkeiten sich bei einem späteren Studium bieten.

Claudia Kuchta vom Alexanderstift Schlierbach hat gut zu tun. Auch zu ihr kommen ausschließlich reifere Frauen, die sich für eventuelle Erfolgsaussichten in punkto verantwortungsvollere Tätigkeiten im Bereich Alten- und Krankenpflege interessieren. "Eine Frau zum Beispiel wollte komplett aus dem Nacht- und Wochendienst raus. Das ist natürlich in diesem Beruf sehr schwierig", verrät die stellvertretende Pflegedienstleiterin.

"Sozialversicherungsfachangestellte oder Kauffrau im Gesundheitswesen" nennt Thomas Knabel von der Techniker Krankenkasse die gefragtesten Aus- und Weiterbildungen. "Logisch, es sind mehr Frauen, die danach fragen." Martin Hartmann, vormals in der Nachrichtentechnik tätig, unterrichtet seit 2006 als Quereinsteiger in der Justus-von-Liebig-Schule Göppingen und bedauert die Zurückhaltung der Männer.

Lena Watzlawik, 25 und die fünf Jahre jüngere Stefanie Hofmann verteilen nicht nur frische Smoothies, sondern machen derzeit auch eine Ausbildung in der Hauswirtschaft. Freilich mit dem Plan, danach ihren Meister zu machen.

Über mangelndes Interesse kann das Fotostudio Uwe Mayer nicht klagen. "Nein, keinen Schal mit wirrem oder blumigem Muster, der lenkt ab", rät der Fachmann für Bewerbungsfotos, der zudem viel Wert auf Natürlichkeit legt. Leicht seitlich und den Kopf minimal nach vorne, quasi in die Zukunft, neigen. Das wirkt besser als offensive Frontalfotos wie auf Passbildern. Wertvolle Tipps in punkto passende Kleidung gibt Julia Muser vom Modeladen Kakadu. "Auch wenn es noch so warm ist, keine zu kurzen Kleider oder Röcke, zu tiefen Ausschnitte oder kurze Hosen. Gedeckte Farben und dezente Muster sind ein Muss bei Frauen wie Männern", rät die 22-Jährige, die sich binnen fünf Jahren bis zur Filialleiterin hochgearbeitet hat. Eher verhalten bezeichnet Projektassistentin Sabine Allmendinger von der Firma Heldele die Resonanz. Das liege wohl daran, dass Elektrotechniker so gefragt seien, dass sie sich nicht unbedingt umorientieren müssen", sagt dazu ihre Kollegin Silke Frey.

Sabrina Bodor und Birgitta Zeller vom Veranstalter Staufen Plus sind sehr zufrieden. "Für den ersten Fachkräftetag im Kreis ist die Veranstaltung gut angelaufen. Die Besucher zeigten sich sehr interessiert, besonders beim Bewerbungsmappen-Check, und die Fachvorträge waren bisweilen rappelvoll, bei manchen mussten wir sogar noch nachstuhlen", sagen die Organisatorinnen und weisen auf die Seite "Aktiv im Stauferland" hin. Einer Wiederholung stehe nichts im Wege.

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