Was landet bei den Nutzern im virtuellen Einkaufskorb? Was tippen Internetuser in die Suchzeile bei Google? Fragen wie diese kann Facebook ab Freitag ganz genau beantworten. Daran ändern kann aber keiner etwas. Wer die üblichen Widerspruchsbilder auf seiner eigenen Pinnwand postet, kann sich die Mühe sparen – es bringt nichts. Sobald am Freitag das kleine Log-in-Feld ausgefüllt wird, erklärt sich jeder Facebook-Nutzer mit den neuen Datenrichtlinien einverstanden.

Glücklich mit den Änderungen scheinen die Wenigsten zu sein – Datenschützer kritisieren sie, der Bundestag ebenfalls. „Es ist nicht in Ordnung, dass Facebook einseitig die Nutzungsbedingungen verändert und dabei Datenschutzaspekte vernachlässigt", sagt die Göppinger Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD) und betont gleichzeitig: "Die Antworten des Unternehmens auf die Fragen von uns Parlamentariern blieben oft zu vage."

In den neuen Richtlinien erklärt Facebook seinen Mitgliedern, was es mit den Daten anstellen darf. Das mag zwar transparent sein, doch das Misstrauen seitens der Datenschützer ist dadurch nicht kleiner geworden. Immerhin wird das Surfverhalten detaillierter denn je analysiert und auf diese Weise soll Werbung stärker auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten sein. Welche Seiten im Internet besucht werden und an welchem Ort man sich aufhält, wird im World Wide Web nicht lange Geheimnis sein.

"Die neuen AGB von Facebook gehen sehr weit, zumal nicht deutlich erkennbar ist, welche Daten das Unternehmen im Hintergrund sammelt", sagt auch Baehrens. Was sie fordert, ist klar: "Wir brauchen dringend mehr Informationen, was genau passiert, wenn WhatsApp, Facebook und Instagram die Daten ihrer Nutzer untereinander austauschen“.

Hermann Färber sieht den Vorstoß von Facebook ebenfalls sehr skeptisch. "Ich kann jeden nur auffordern, sich die Änderungen genau anzusehen", sagt der Bundestagsabgeordnete der CDU aus dem Landkreis. Jeder müsse überlegen, "ob er unter diesen Umständen bei Facebook bleiben will und vor allem, welche Informationen er dort preisgeben will."
 
Wie in verschiedenen Medienberichten zu lesen ist, empfehlen Experten die Einstellungsoptionen bei Facebook genau zu prüfen. Viel Zeit kostet das nicht. Ebenfalls sollte es eine Überlegung wert sein, die Ortungsdienste auf dem Smartphone auszuschalten
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