Florian Liebenau ist der Stolz anzumerken: seit Kurzem heißt die Firma, deren Geschäftsführer er ist, "Filstalbau GmbH". Gegründet hat Florian Liebenau sein Unternehmen im November 2012. "Das war nicht so geplant. Das hat sich eher zufällig so ergeben", erläutert er. Liebenau gehörte zum Team der letzten Keller-Bau-Mitarbeiter, die im Auftrag des Insolvenzverwalters die noch ausstehenden Aufträge abwickelten. "Da hatte mein Kollege Horst Grill die Idee, dass wir uns selbstständig machen könnten. Weil wir auf die kaufmännische Struktur der Altfirma zurückgreifen konnten. Wir hatten Ansprechpartner bei Kunden und Auftraggebern sowie das Netzwerk fähiger Nachunternehmer. Und mit den zwei Sechs-Familien-Häusern an der Banater Straße in Süßen, für die die Insolvenzfirma einen Bauträger suchte, konnten wir sofort mit einem Großauftrag starten."

Dieses Erstprojekt der Filstalbau befindet sich inzwischen im Endspurt, Maler und Heizungsbauer sind am Werk. "Elf der zwölf Wohnungen sind verkauft", informiert Liebenau zufrieden, nur noch eine Maisonette-Wohnung sei zu haben. "Die Nachfrage ist da und die Wohnung wird auch noch ihren Eigentümer finden", zeigt sich Liebenau zuversichtlich.

Der Jungunternehmer ist optimistisch. Das erste Jahr hätten er und seine Kollegen "sehr gut hingekriegt", sagt er. "Die Auftragslage ist gut, wir sind ausgelastet."

Was ihn besonders freut, ist die gute Zusammenarbeit im Kollegium. Angefangen hat die Filstalbau mit neun Mitarbeitern, inzwischen sind es zwölf. Eine weitere Expansion sei nicht geplant. "Wir haben jetzt das schlagkräftige Team, mit dem wir gute, zuverlässige Arbeit bieten können. Mehr wollen wir nicht", betont Liebenau. Im noch jungen Betrieb sei jeder seiner Mitarbeiter an der Arbeitsstelle, die er vorher schon bei Keller-Bau innegehabt habe. "Und viele von uns, wie etwa unsere kaufmännische Leiterin Barbara Stahl oder Horst Grill, konnten schon dort fast vier Jahrzehnte Erfahrung vorweisen."

Nur Liebenau musste sich in einer neuen Rolle zurechtfinden. War er vorher als Bauleiter im Bereich Rohbau direkter Ansprechpartner der Bauträger, so bestehen seine Aufgaben jetzt in erster Linie darin, Angebote zu kalkulieren und Aufträge abzuschließen. "Das ist schon eine Herausforderung. Aber richtig toll, wenns klappt", sagt er und lacht. Für seine Ingenieurs-Aufgaben hat er den Ex-Kollegen Holger Moll mit ins Boot geholt. Liebenau selbst hat sieben Jahre bei Keller-Bau gearbeitet, davor meisterte er berufliche Herausforderungen bereits beim Bau des Forschungszentrums für "Cern" in Genf oder beim Spezialtiefbau von "Wayss & Freytag".

Außer den beiden Sechs-Familien-Häusern in Süßen kann der Geschäftsführer auf mehrere vollendete Projekte verweisen. "Die Rohbauarbeiten bei Spielwaren Kurtz in Stuttgart zum Beispiel oder die eines Hochwasserrückhaltebeckens in Scharnhausen. Des Weiteren haben wir bei diversen Industriehallen in der Umgebung die Rohbauarbeiten durchgeführt. Wir arbeiten regional zwischen Stuttgart und Ulm", zählt er auf.

Seine Verantwortung für elf Mitarbeiter nimmt Liebenau ernst. "Es ist nicht mehr so wie früher als Angestellter", gibt er zu. "Aber ich bin heute mehr überzeugt als noch zu Beginn, dass unsere Idee, diesen Geschäftsbereich zu übernehmen, die richtige war."