Etatberatung Salach steht vor 22 Millionen-Investition

In Salach wurde der Etat beraten.
In Salach wurde der Etat beraten. © Foto: Carlucci
Salach / Joa Schmid  07.12.2018
Die Entwicklung der Krautländer und des Schachenmayr-Areals bestimmen die Etatberatungen in Salach. Die Ratsfraktionen zeigen sich angesichts der Vielzahl der Großprojekte auffällig diszipliniert.

Nach gut zweistündiger Diskussion um die Anträge der Fraktionen zum Haushaltsplan 2019 dankte Bürgermeister Julian Stipp für die Effizienz und Disziplin der Ratsfraktionen, die mit ihren 22 Anträgen auf Sicht gefahren seien. Das sei nicht selbstverständlich, stehe doch Salach  mit dem neuen Quartier Mühlkanal samt Entwicklung der  Krautländer und des Schachenmayr-Areals vor „unglaublichen Herausforderungen“.

Tatsächlich sollen insgesamt 22 Millionen Euro inklusive der Erneuerung der Unterführung Dole in das neue Quartier investiert werden. Die internationale Bauausstellung 2027 in der Region Stuttgart bietet nach Meinung des Bürgermeisters  die einmalige Chance, ein Leuchtturmprojekt städtebaulicher Entwicklung weit über die Grenzen Salachs hinaus zu präsentieren. Da kam die Nachricht über die erfreuliche Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen gerade recht. Statt mit 6 Millionen, wie sie im Planansatz stehen, kann die Gemeinde mit 9,3 Millionen Euro rechnen. Zu Beginn des  kommenden Jahres stehen 8,5 Millionen Euro an liquiden Mitteln zur Verfügung, berichtete Kämmerin Barbara Fetzer.

Die schiere Vielzahl der anstehenden Aufgaben ließ bei CDU-Fraktionschef Wolfgang Arnold Zweifel aufkommen, ob der Haushalt so überhaupt umgesetzt werden kann. Zwar gebe es keine Gemeinde, die einen Haushalt eins zu eins umsetze, dennoch versprach Bürgermeister Stipp, einiges dafür zu tun:  angefangen bei der Umsetzung der Vorschläge eines Organisationsgutachtens über eine externe Projektsteuerung für das Schachenmayr-Areal bis zur Bewertung der umgesetzten Projekte noch vor der Kommunalwahl im Mai.

Ob sich die SPD mit ihrem Vorschlag einer zentralen Projektsteuerung und externer Begleitung bei der Planung des Großprojekts Mehrgenerationenhaus durchsetzt, soll sich in den nächsten Sitzungen entscheiden.   Dann wird es auch um die „strikte Kontrolle der Kosten“ gehen, die Martin Straubmüller (SBL) gefordert hatte. Der Dachverband der Mehrgenerationenhäuser soll die Gemeinde beraten. Birgit Rapp-Zeiser (SPD) hielt es für wichtig, ein oder zwei Häuser anzuschauen, die die Neubausituation zeigen.

Die geplante Erweiterung der Mensa und die Schaffung von Betreuungsplätzen an der Staufeneckschule  für insgesamt 2,3 Millionen Euro finden die ungeteilte Zustimmung des Gremiums. Sorge bereitetet der CDU allerdings, ob die Sitzplätze dann noch ausreichend sind. Ja, meinte dazu Bürgermeister Julian Stipp. Da Foyer und Musiksaal einbezogen werden, könne an der Schule auch im Zweischichtbetrieb gegessen werden. Grundsätzlich sei man aber bereit, die Zahl der Sitzplätze zu erhöhen.

Ob die Spielplätze in der Boßler- und Fränkelstraße im Bereich der Sandkästen einen Sonnenschutz und Sitzmöglichkeiten erhalten, wie es der SPD vorschwebt, soll im Rahmen der geplanten Nachbarschaftsgespräche geklärt werden.  Denkbar sei eine Patenschaft für Sonnenschirme, berichtete Hauptamtsleiterin Gabriele Dory. Der SPD-Antrag,  auf dem Spielplatz in der Fränklinstraße ein Trampolin aufzustellen, soll  nach den Worten von Ortsbaumeister Hannes Keyn kritisch geprüft werden. Mit ihrem Vorschlag, den Spielplatz Heubühl zu verschönern, stießen die Sozialdemokraten auf wenig Gegenliebe. Der Spielplatz sei relativ neu, meinte Bürgermeister Stipp. „Da sollten wir nicht gleich herangehen.“

Kein Problem sieht die Verwaltung darin, im kommenden Jahr die Bordsteine im Bereich des Pflegeheims „Drei Birken“ abzusenken. Die Forderung nach einer Resolution an den Kreistag zur Vollintegration in den Verkehrsverbund Stuttgart  zog die SPD zurück. Fraktionschef Werner Staudenmaier: Wir werden an alle Kreisräte aus Eislingen, Ottenbach und Salach appellieren, für den Beitritt zu stimmen.

Grundstück für Bolzplatz dringend gesucht

Platz Sowohl die CDU- als auch die SBL-Fraktion machten sich für einen neuen Bolzplatz als Ersatz für den Wegfall des Platzes im Baugebiet Flachsäcker stark. Das sollte möglich sein, meinten CDU-Fraktionschef Wolfgang Arnold und sein SBL-Pendant Martin Straubmüller unisono. Bürgermeister Julian Stipp wollte dem nicht widersprechen. Allein, ihm sei kein vernünftiger Platz eingefallen. Der Idee von Dieter Merath (CDU), ein ursprünglich für einen Grünabfallplatz vorgesehenes Grundstück zu nutzen, konnte Stipp nichts abgewinnen. Besser sei an der Stelle Gewerbe. Stattdessen appellierte Stipp an das Gremium: „Vorschläge für gute Plätze sind herzlich willkommen.“

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