Eislingen Erweitertes Klang- und Sinneserlebnis

ECKHART NAUMANN 20.02.2016
Die Ballade "Der Zauberlehrling" von Johann Wolfgang von Goethe war in der Christuskirche Eislingen in einer Fassung mit Sprecher, Bildern und Musik für Kinder sowie Erwachsene zu erleben.

Unlängst konnte man in der Lokalzeitung lesen: "Gedicht wird Sinneserlebnis". Tatsächlich handelt es sich um die berühmte Ballade von Johann Wolfgang von Goethe "Der Zauberlehrling". Auf der Orgelempore der Christuskirche in Eislingen hatte sich eine stattliche Anzahl von kleinen und großen Zuhörern eingefunden, die gespannt auf die Aufführung des Klassikers waren.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Frieder Dehlinger begann der Sprachkünstler und Sprecher Rüdiger Erk mit der Rezitation der klassischen, wohlbekannten Ballade. Dadurch konnten alle durch aufmerksames Zuhören einen ersten Eindruck dieser dramatischen Wortschöpfung gewinnen. Sodann fing der vielfach ausgezeichnete Orgelkünstler Tobias Horn, Bezirkskantor im evangelischen Kirchenbezirk Besigheim, zusammen mit dem Perkussionisten Axel Betsch mit dem Vortrag der Musik von Lukas Grimm (geboren 1986) an. Entsprechend dem Balladen-Inhalt entwickelte sich die Musik zu beträchtlichen Klangspektren, welche durch kindgemäße Bilder von Gudrun Schnekenburger in ihrer Dramatik unterstrichen wurden. Dazu gesellte sich an bestimmten Stellen die kräftige und facettenreiche Sprache von Rüdiger Erk.

Beeindruckend in Töne gefasst, etwa durch schnelle Läufe, war die Stelle: "Und nun kann ich atmen frei" oder die Klangpassage "Helft mir ihr hohen Mächte" oder die Anrufung des "Meisters", der dann durch den Torbogen ins Zimmer eintrat und die erlösenden Worte sprach: "In die Ecke Besen, Besen; seid's gewesen".

Es sei erwähnt, wie sich das Schlagwerk zusammensetzte: chromatisches Glockenspiel, stimmbare Kesselpauke, drei Bongos, die stimmbar sind, kleine Trommel, Röhrenglocken, ein hängendes Becken, welches einen Nachklang erzeugt, zwei "geschlossene" Becken, die dadurch nicht vibrieren. Die ganze Klangpalette kombiniert mit zarten aber auch an- und abschwellenden Orgeltönen: von der zarten Gambe bis zur kräftigen Posaune.

Abschließend kann gesagt werden, dass alle vier Ausführende zu einem sicherlich ungewöhnlichen musikalischen Ereignis - einerseits durch gekonntes künstlerisches, abgestimmtes Orgel- und Schlagwerkspiel und andererseits durch beeindruckende Bild- und Sprechkunst - beigetragen haben.

Die Zuhörer dankten mit gebührendem Beifall.