Radeln Erstes Mountainbike-Frauen-Camp ein Erfolg

Bad Ditzenbach / JÜRGEN SCHÄFER 29.04.2014
Fahrtechnik lernen, Räder testen, Gemeinschaft erleben: Das hat 33 Teilnehmerinnen zum ersten Mountainbike-"Frauen-Camp" nach Auendorf geführt. Der Veranstalter setzt neue Akzente für den Tourismus.

Iris Fautz freut sich schon lange darauf. Sie hat gleich gebucht, zusammen mit Manja Winkle, weil sie ein Frauen-Camp schon kennen. Nämlich vom Zillertal. Das sei "echt lässig", finden die beiden Freundinnen aus Leonberg und Stuttgart, "einfach entspannt", weil die Männer nicht dabei sind. Mountainbike fahren sie schon 15 und 20 Jahre, Manja Winkle ist auch eine gestandene Rennradfahrerin. Hier wollen sie noch etwas lernen.

Svenja Neumann hat das Frauen- Camp zum Geburtstag geschenkt bekommen. Von ihrem Freund, der auch dabei ist - aber nur als einer von sieben Guides, die den Frauen Fahrtechnik lehren. Sie wird aber nicht in seiner Gruppe fahren, das soll schon getrennt sein. Für Nadja Schröder ist es ein etwas anderer Heimaturlaub. Sie kommt aus Bad Überkingen und studiert in Tübingen. Jetzt lässt sie sich ein Rad einstellen. Sattelstütze, Lenker, Vorbau, und die Federung. "Welches Gewicht haben Sie?" Vier Fahrradhändler sind gekommen, einer sogar aus Laichingen, um die Frauen mit Testrädern zu versorgen. Ein besonderer Service, weiß Veranstalter Eric Winklbauer aus Geislingen, weil die Händler sonst ungern Testräder herausgeben. "Da gilt ein Rad dann gleich als gebraucht und sinkt im Preis um 1000 Euro." Hier gibt es schon "gebrauchte" oder Räder vom Hersteller.

Idee von Südtirol

Zum ersten Mal auf der Alb sind drei Mütter aus Schorndorf, die sich ein männer- und kinderfreies Wochenende gönnen. Sina lässt sich von Manfred Rost, der auch aus Schorndorf angereist ist, die verstellbare Sattelstütze erklären. "Wenn du das mal gefahren hast, willst du nie wieder was anderes", prophezeit er ihr.

Sogar aus Karlsruhe und Schwäbisch Hall sind Teilnehmerinnen gekommen, freut sich Winklbauer. Mit 33 sind seine Erwartungen übertroffen. "Ein toller Erfolg", schwärmt er, "die Mädels waren begeistert von uns allen." Winklbauer hat die Idee von Südtirol mitgebracht, er kannte sie auch aus der Praxis. Er hat mal in Südtirol gearbeitet und gelebt, noch heute bietet er dort Touren an.

Was die Damen lernen: enge Kurven fahren, Slalom, schnell Bremsen, Auf- und Absteigen in steilem Gelände, Spitzkehre und Stufen. Das ließe sich noch beliebig steigern, etwa mit Spitzkehren, die man nur verblockt, mit Versetzen des Hinterrads bewältigen kann. Das wäre dann schon Schwierigkeitsstufe 4, die es auf der Alb selten gibt. Vorherrschend seien 2 und 3, sagt Winklbauer, und das reiche auch fürs Gebirge. Er klärt auf: "Mountainbike-Fahren ist sehr fachspezifisch vom Bewegungsablauf, das ist eigentlich ein ganz komplexer Ablauf wie beim Skifahren, sogar anspruchsvoller." In sieben Gruppen sind sie dann drei mal losgezogen zu Touren mit Fahrtechnik, einen Pannenkurs gabs auch, und die abendliche Einkehr erfüllte die Erwartungen in punkto Geselligkeit.

"Alle wollen wieder kommen", berichtet Winklbauer, die Neuauflage nächstes Jahr ist keine Frage mehr. Er wünscht sich dann noch mehr Teilnehmerinnen und denkt außerdem daran, dieses Jahr ein separates Freerider Camp anzubieten - dann für ein gemischtes Publikum.