Zum zehnten Todestag will die Akademie ihr Vermächtnis pflegen, das für viele noch immer lebendig sei. Sie vertrat mit großer Spiritualität einen anderen Protestantismus, der sich an Leiden, Unterdrückung und Benachteilung orientierte und die Allmachtsvorstellung Gottes kritisierte. Politisch engagierte sie sich für die Friedens-, Frauen- und Ökologiebewegung.

Rebellin und Mystikerin: Mit diesen Stichworten wird Sölles Biografin Renate Wind die Tagungsteilnehmer am 27. und 28. April auf das Leben und Werk der umstrittenen Theologin einstimmen. Die Autorin wird auch ihr neues Buch über Sölle in einer Konzertlesung vorstellen. In einem ebenfalls neuen Dokumentarfilm "Mystik und Widerstand" - wird ein Filmporträt Sölles mit Zeitzeugen entworfen. Unter anderem kommen Antje Vollmer und Margot Käßmann zu Wort. Ein Workshop wird den Fragen und Anstößen Sölles nachgehen. Anmeldung zu der Tagung unter Telefon: (07164) 79-342.

Zu ihren Lebzeiten war Dorothee Sölle weltweit unterwegs, um Menschen zu begegnen, sie in ihrem Leben wahrzunehmen und im Gespräch mit ihnen über Gott und die Welt nachzudenken. Ihre Erfahrungen machte sie für andere in ihren Büchern zugänglich, in Bibelarbeiten und Gottesdiensten auf Kirchentagen, bei Vorträgen und Lesungen in Gemeinden und anderen Orten.