Donzdorf Erfolgsmodell Duale Ausbildung

Donzdorf / BEATE SCHNABL 25.07.2015
Das duale Ausbildungssystem als Rezept gegen die Jugendarbeitslosigkeit stand im Mittelpunkt der europäischen Jugendbegegnung in Donzdorf.

In einer Dialog-Veranstaltung wurden jetzt Politiker und Bürgermeister befragt. Eine Woche lang beschäftigten sich in Donzdorf unter der Leitung von Europabaum 60 Jugendliche aus den Partnerstädten Riorges, Calasparra und Neusalza-Spremberg mit dem dualen Ausbildungssystem. Nach Besuchen bei Firmen und Vorträgen von IHK, Handwerkskammer und BIZ erarbeiteten die 14- bis 18-Jährigen gemeinsam eine Charta, die die Grundlage für die Gesprächsrunde mit Bürgermeistern und Politikern darstellte. Neben Bürgermeister Martin Stölzle waren Bürgermeister Matthias Lehmann aus Neusalza-Spremberg und der stellvertretende Bürgermeister aus Riorges, Stéphane Jevaudan, sowie aus Calasparra der Stadtrat für Erziehungsfragen, Antonio Moreno, gekommen.

Die Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens (SPD) und Hermann Färber (CDU) stellten sich ebenfalls den Fragen der Jugendlichen wie auch Armin Koch von der FDP und Jugendvertreter René Niess von den Linken. Zu den Überlegungen der Jugendlichen meinte Hermann Färber, dass er betriebliche Praktika schon während der Schulzeit als sehr sinnvoll für die berufliche Orientierung ansieht. Heike Baehrens bezeichnet das duale Ausbildungssystem als ein Lösungsbeitrag zur Eindämmung der Jugendarbeitslosigkeit. Für sie steht fest: "Alle Jugendlichen sollen eine gute Ausbildung erhalten." Dem schloss sich auch René Niess an. Armin Koch setzt auf eine zweite gemeinsame Amtssprache in Europa. Dies schaffe die Möglichkeit, problemlos im Ausland eine Ausbildung zu beginnen.

Die Anwesenden erfuhren von Antonio Moreno, dass in Spanien Ausbildung und Praktika grundsätzlich unentgeltlich erfolgen. Und Stéphane Jevaudan aus Riorges erklärte, dass in Frankreich lange Zeit das Abitur Ziel der Bildungspolitik war. Heute fehlen Lehrlinge im Handwerk, und ein Umdenken findet statt.

Sämtliche Wortbeiträge wurden übersetzt. Es waren außer den Jugendlichen auch interessierte Zuhörer ins Martinushaus gekommen. Bürgermeister Lehmann erzählte von der erfolgreichen Kooperation zwischen Bildungsträgern und Betrieben, bei der alle Schulabgänger vermittelt werden können. Auch in Donzdorf unterstützen Lehrvorverträge zwischen Messelbergschule und Betrieb den Berufseinstieg, so Bürgermeister Stölzle. "Wer bei uns eine Ausbildung machen möchte, dem helfen wir gern", bot er zudem den ausländischen Jugendlichen an. Moderator Reinhard Deinfelder appellierte an die Vertreter der Partnerstädte, das Modell der Lehrlingspatenschaft aufzugreifen.

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