Wangen Entwicklung des Wangener Friedwalds stimmt zufrieden

Das Areal für Bestattungen innerhalb des Wangener Friedwaldes wird derzeit erweitert. Mit der Entwicklung des Bestattungsortes sind Bürgermeister Daniel Frey (l.) und Waldeigentümer Ferdinand Graf von Degenfeld zufrieden.
Das Areal für Bestattungen innerhalb des Wangener Friedwaldes wird derzeit erweitert. Mit der Entwicklung des Bestattungsortes sind Bürgermeister Daniel Frey (l.) und Waldeigentümer Ferdinand Graf von Degenfeld zufrieden. © Foto: Staufenpress
Wangen / MICHAEL SCHORN 09.05.2016
Der Friedwald bei Wangen wurde vor vier Jahren eröffnet. Der Waldeigentümer und der Wangener Bürgermeister sind mit der Entwicklung zufrieden.

Hat sich Rechberghausen als Hochzeitsgemeinde einen Namen in der Region gemacht, so ist Wangen für seinen Friedwald bekannt. Vor fast genau vier Jahren wurde das Wäldchen mit einem alternativen Bestattungskonzept unweit der Wangener Linde eröffnet.

Mittlerweile ruhen dort 1121 Verstorbene in Urnen an den Wurzeln der Bäume. Zudem haben sich etwa 3500 Menschen schon zu Lebzeiten für einen Beisetzungsplatz im Wangener Friedwald entschieden und sich einen Gemeinschaftsbaumplatz oder Partner-, Familien- oder Freundschaftsbaum ausgesucht. Mindestens 770 Euro kostet diese Form der Bestattung.

Wangens Bürgermeister Daniel Frey und Waldeigentümer Ferdinand Graf von Degenfeld aus Geislingen-Eybach sind jedenfalls mit der Entwicklung des Friedwaldes zufrieden. "Im vergangenen Jahr waren wir mit rund 380 Bestattungen der erfolgreichste der derzeit 56 Friedwälder in Deutschland", erklärt Graf von Degenfeld. "Und die Nachfrage ist weiterhin erstaunlich groß." Die Atmosphäre in der Natur, die Lage und dass es in einem Friedwald keine Grabpflege und keinen Grabschmuck gibt, seien vermutlich für den Erfolg mitverantwortlich. "Dieses Bestattungskonzept trifft den Nerv der Zeit", ist der Graf überzeugt.

So kämen die meisten Menschen, die sich unter einem Baum im Wald bestatten lassen wollen, aus der näheren Umgebung. "In einem Radius von 20 bis 25 Kilometer um Wangen herum", sagt der Waldeigentümer. "Für uns ist nämlich auch der örtliche Bezug der Leute bedeutend."

Die Verbindung des Friedwaldes mit der Gemeinde Wangen ist auch Daniel Frey wichtig. "Das ist das, was wir wollen." Beispielsweise wirkten sich die Trauerfeiern und die Leichenschmäuse positiv auf die im Ort ansässige Gastronomie aus, meint der Bürgermeister. Und der Wald sei für jeden frei zugänglich - egal ob Jogger, Fahrradfahrer oder Trauernde.

Auch im vergangenen Jahr hat sich im Friedwald einiges getan. So wurden unter anderem die Parkplätze erweitert, eine Hütte für Beratungsgespräche wurde aufgestellt, das Zufahrtskonzept wurde neu geregelt und eine Baumauswahl ist seit September auch im Internet möglich. Außerdem wird derzeit das Areal erweitert.

"Der Friedwald umfasst rund 15 Hektar. Davon haben wir bis jetzt etwa die Hälfte als Bestattungsfläche aufbereitet", erläutert Ferdinand Graf von Degenfeld. Momentan sind seine Mitarbeiter damit beschäftigt, eine weiteres Stück Wald für Bestattungen unter Bäumen herzurichten. Die geeigneten Bäume müssen ausgesucht und das tote Holz aus den Baumkronen muss entfernt werden. "Demnächst wird der neue Bereich eröffnet", sagt Graf von Degenfeld.

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