"Das Bogenschießen ist beinahe so alt wie die Menschheit. Früher war der Bogen eine Waffe im Kampf und auf der Jagd", erklärte Gästeführer Ralf Cichowicz den elf Teilnehmern beim "Sommer der Ver-Führung" in Donzdorf grob den Bogensport. Heute könne der Bogensport das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten herstellen, er fördere Konzentration und Entspannung, bewirke Stressabbau und steigere allgemein die Lebensfreude, sagte Cichowicz.

Andreas Nothdurft, der wie Cichowicz die Interessierten in die Welt des Bogensports einführte, ergänzte, dass das Schöne am Bogenschießen nicht das Schießen an sich sei, sondern das Treffen des Ziels. Anfänglich war sicher keinem der Schnupper-Schützen die Bedeutung der Worte bewusst, doch nach und nach dämmerte es ihnen und sie konnten Nothdurft Recht geben. Nach einer kurzen Einführung ging es auch gleich ans Verteilen der Sportgeräte samt Pfeilen und Armschutz, der an den linken Arm gehört um den Rückschlag des Bogensehne abzufedern.

Ein wenig ein mulmiges Gefühl hatte sicher der ein oder andere Teilnehmer, als er mit seinem Bogen auf die angrenzende Wiese ging, um die ersten Schüsse auf die Strohballen mit Zielscheibe zu absolvieren. "Freiwillige vor", hieß es vor dem ersten Probeschuss, so recht wollte aber keiner, zu groß war der Respekt vor dem Gerät. Die beiden Trainer schafften es aber mit ihrer kompetenten und freundlichen Art, dass die Besucher schnell Spaß an dem Sport fanden.

Außer, dass es Überwindung kostet, den Bogen zu spannen, den Pfeil richtig einzulegen, zu zielen und im richtigen Moment loszulassen, ist Bogenschießen schnell zu erlernen. Die beiden Experten erklärten immer wieder mit viel Geduld, wie man den Bogen richtig halten musste. Landeten die Pfeile bei den ersten Durchgängen noch kreuz und quer in der Natur, so konnte man nach einigen Durchgängen sehen, wie schnell man bei dem Sport Fortschritte machen kann. Viele der "Ver-Führten" schafften es, die Scheibe gut zu treffen. Die Hobbysportler sprachen sich gegenseitig Mut zu, feuerten sich an und gaben sich natürlich gegenseitig wertvolle Tipps. Wer Rat und Hilfe brauchte, konnte immer auf Nothdurft und Cichowicz zählen.

Nach etwas mehr als einer Stunde Übung war es dann soweit und die Teilnehmer des "Sommers der Ver-Führung" wurden in zwei Gruppen eingeteilt und konnten das Erlernte in dem 3-D-Parcours umsetzen. Plötzlich hieß es, nicht mehr "nur" die Zielscheibe zu treffen, sondern "Bären", "Fasanen" und vielem mehr den Garaus zu machen oder einfach nur die im Wald aufgestellten Tiere aus Kunststoff zu treffen.

Unter den "Ver-Führten" entwickelte sich schnell ein "Wettkampf". Die Frauen stellten sich als bessere "Jäger" und Sportschützen heraus. Verwundert waren alle, wie gut die anwesenden Kinder den Parcours meisterten. Dies liege daran, erklärte Andreas Nothdurft, dass sich die Kinder weniger Gedanken machten, wie man schießt, sondern es einfach versuchten.

Spätestens im 3-D-Parcours hatten alle verstanden, was Nothdurft mit seinen anfänglichen Worten gemeint hatte. Alle Teilnehmer waren begeistert von den vielen Möglichkeiten, die der Bogensport bietet. Keine 3-D- Figur konnte ihnen entkommen. Ging mal ein Schuss daneben, waren sich alle einig, dass es nicht am Schützen, sondern an den äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel am Wind, lag.

Abschließend konnten alle Teilnehmer ihr Können noch einmal an Strohballen beweisen und es war ein eindeutiger Tenor zu vernehmen, dass alle mehr als zufrieden waren und allerhand über den Sport, die verschiedenen Ausrüstungen und Anforderungen gelernt haben. Einige werden sicher auf den durch Staufen-Events zur Verfügung gestellten Parcours zurückkommen.