Die Tat erschütterte ganz Deutschland: Am Karfreitag des Jahres 2009 fand der damals 18-jährige Andreas Häussler gemeinsam mit seinem Freund Frederik B. (19) angeblich die Leichen seiner Familienangehörigen. In der Eislinger Wohnung lagen vier Tote: Die Eltern und die beiden Schwestern von Andreas, alle erschossen mit einer Kleinkaliberwaffe.

Vierfachmord von Eislingen als Film

Schon am Tag darauf erließ ein Richter Haftbefehl gegen die jungen Männer, knapp ein Jahr später fällte die 6. Große Jugendkammer des Ulmer Landgerichts die Urteile: Höchststrafe für Frederik, nach Jugendstrafrecht muss er für zehn Jahre ins Gefängnis. Höchststrafe auch für Andreas, nie zuvor war ein Heranwachsender in Deutschland so hart nach Erwachsenenstrafrecht bestraft worden: lebenslang, besondere Schwere der Schuld, Vorbehalt der Sicherungsverwahrung.

Als Anwalt der Nebenklage trat seinerzeit der Berliner Verteidiger Hartmut Lierow auf. Er berät nun den bekannten Fernsehproduzenten Hubertus Meyer-Burckhardt ("Pfarrer Braun", Moderator der "NDR Talk Show"). Denn der will den Vierfachmord von Eislingen verfilmen, wie das Studio Hamburg des Norddeutschen Rundfunks (NDR) mitteilte. Für dessen Polyphon-Gruppe will Meyer-Burckhardt den Stoff ins Fernsehen bringen. Lierow sagt: "Letztlich konnten auch durch ein sorgsam arbeitendes Gericht in einem ein halbes Jahr dauernden Prozess die Gründe für diesen ungeheuren Kulturbruch nicht restlos geklärt werden. Aber es gibt psychologische Plausibilitäten." In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Solchen wird mit filmischen Mitteln nachgespürt werden." Derzeit wird damit begonnen, das Drehbuch zu entwickeln, vor 2015 ist nicht mit dem Drehbeginn zu rechnen.

Eines wird aber auch der Film nicht aufklären können. In seiner Urteilsbegründung hatte der Vorsitzende Richter Gerd Gugenhan die Frage auch gestellt: "Trotzdem interessiert es jeden: Wer ist der Schütze?