Eislingen Eislinger hinterlässt tiefe Lücke

Eislingen / DOMINIK STEINER 24.10.2013
Der Schock sitzt noch immer tief: Nach dem Tod von Michael Trengert, einer der zentralen Figuren der nationalen und internationalen Metalszene, würdigen Weggefährten und Freunde seine Lebensleistung.

Am 4. November 1968 in Geislingen geboren, kam Michael Trengert schon mit elf Jahren zum Metal. Schnell zeigte sich, dass dieses Musikgenre für ihn wohl mehr als nur ein Hobby werden sollte. So wurde Trengert in den 80ern der erste offizielle Mitarbeiter des Donzdorfer Labels "Nuclear Blast". Michael gab schon früh ein eigenes Fanzine heraus und arbeitete außerdem als Tourbegleiter für diverse Bands und als freier Promoter. In dieser Funktion bereiste Trengert auch die USA, wo er Anfang der 90er in Kontakt zum amerikanischen Label "Metal Blade Records" kam, das gerade im Begriff war, eine europäische Dependance aufzubauen und in ihm den Richtigen für diese Aufgabe fand.

Der gelernte Schlosser übernahm also von 1995 bis 2009 die Leitung von "Metal Blade Europe" und verhalf so Bands wie "Amon Amarth" und "Powerwolf", heute internationale Aushängeschilder der Szene, vom beschaulichen Salach aus zum internationalen Durchbruch. "Michael hat unzählige Bands gefördert und zahllose Menschen zusammengebracht - quasi jeder, der ihn kannte, hat ihm etwas zu verdanken", erinnert sich Ralf Nüsser, Mitverantwortlicher für die allgemeine Planung des "Summer Breeze"-Festivals bei der Silverdust GmbH und langjähriger Freund und Weggefährte von Trengert. "Er war für die Szene einfach eine sehr wichtige und prägende Person, immerhin gehörte er ja auch zu dem Personenkreis, aus dem unter anderem tragende Firmen wie Nuclear Blast, EMP und Cyclone Empire hervorgegangen sind", so der 48-Jährige. Auch das "Summer Breeze"l, in das Trengert 2002 mit eingestiegen sei, habe er zu neuen Höhen geführt: "Micha war eine große Hilfe und hat zusammen mit Achim Ostertag das Breeze einfach zu dem gemacht, was es heute ist", fasst Nüsser zusammen.

Nicht nur hier hinterlasse der Eislinger, der nur 45 Jahre alt wurde, eine tiefe Lücke: "Allein das Summer Breeze wird ohne ihn ab 2014 nicht mehr dasselbe sein wie davor, diese Lücke ist einfach nicht zu schließen", ist sich Nüsser sicher. Schon dieses Jahr habe Trengert aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr vor Ort sein können.

Michael Trengert, der in seinem so unerwartet kurzen Leben so viel bewegt hatte, starb am 23. September an den Folgen einer schweren Tumorerkrankung. Er habe sehr lange gekämpft, gelitten und dennoch nie aufgegeben. "Ein schwächerer Geist hätte diesen Kampf sicher früher verloren", erinnert sich Nüsser an seinen Freund. Ehrlich, streitbar, aktiv und positiv - so könne man Trengert beschreiben. "Wer ihn kannte, wird ihn nicht vergessen", so Nüsser. Michael Trengert hinterlässt eine Frau und eine 18-jährige Tochter.

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