Serie Eislingen: Hallenbau war richtig und nötig

Göppingen / Maximilian Haller 13.08.2018

Erhaben thront die Eislinger Stadthalle auf ihrem Steinsockel. Beinahe wirkt es, als würde sie schweben. Die rote Verkleidung der Außenwand wechselt sich mit deckenhohen Fensterscheiben ab, ein sogenannter „Faltbau“ aus Naturmaterialien. Auf der Nordseite führen begrünte Steinterrassen hin zum Ufer der Fils. „Hier steht kein massiver Fremdkörper“, findet Anke Lieb, die für die Planung, Organisation und Verwaltung der Stadthalle verantwortlich ist. Schon als das Gebäude 2004 errichtet wurde, sei sein Stil etwas Besonderes gewesen. „Die Halle wurde schon von vielen Architekturstudenten besucht“, erzählt Lieb.

Eine eigene Kulturhalle sei in Eislingen ein lange gehegter Wunsch gewesen. Vor dem Bau der Stadthalle fanden Kulturveranstaltungen hauptsächlich im Schlosstheater, in den Schulaulen und in der Turnhalle statt. Ein gemeinsamer Ort zum Zusammenkommen sollte her. Dabei wurde der Bau einer eigenen Kulturhalle sogar der Rathausrenovierung vorgezogen.

Heute sei die Halle in Eislingen nicht mehr wegzudenken, findet Maria-Luise Schäfer. Vom Feedback der Besucher ist die Kulturamtsleiterin nach wie vor beeindruckt: „Ich habe das noch nie so erlebt, wie bewusst es den Eislingern ist, dass sie diese schöne Halle haben.“ Ihr werde auch immer wieder bestätigt, dass es richtig war, die Stadthalle auf diese Art und Weise nach Eislingen zu bringen. „Es war auch absolut notwendig“, findet Schäfer.

Seit 2004 beherbergt die Stadthalle unter anderem Konzerte, Theaterstücke, Hochzeitsfeiern, Messen, Firmen- und Schulveranstaltungen sowie Volkshochschulvorträge. Die Adresse ist beliebt: „Wir sind für das gesamte nächste Jahr ausgebucht“, erklärt Lieb. Pro Jahr finden etwa 160 Veranstaltungen in der Halle statt. Dazu kommen noch jeweils zwei bis drei Tage Auf-, Ab- und Umbauzeit. „Von Montag bis Sonntag ist eigentlich immer irgendwas am Laufen“, berichtet Schäfer.

Damit die Veranstaltungen auch buchstäblich reibungslos über die Bühne laufen, bedarf es eines eingespielten Teams. Neben Anke Lieb und Maria-Luise Schäfer arbeiten Ralf Greuter, Andreas Dexheimer, Lukas Nowotny und Sebastian Riedel als Fachkräfte für Veranstaltungstechnik in der Stadthalle. Heinz Kress verstärkt die Gruppe als Haustechniker.

Die Veranstaltungstechniker kümmern sich unter anderem um Licht, Ton und Bühnenbild. Für ihre Arbeit erhalten sie oft „überschäumendes Lob“, auch von Schäfer: „Ich komme mir jedes Mal wie ein kleines Kind vor, wenn ich sehe, was die Männer da wieder gezaubert haben.“

Die Qualität der technischen Ausstattung in der Stadthalle sei sehr hoch. Natürlich verursache das auch entsprechende Kosten, Maria-Luise Schäfer hält diese aber für gerechtfertigt: „Man kann nicht eine Stadthalle hinstellen und dann nicht bereit sein, darin zu investieren.“ Es sei jedoch wichtig, fähige Leute dafür einzustellen. Auch Ralf Greuter findet: „Es gibt kaum etwas, was wir nicht machen können.“

Er blickt dabei auf die rund 100 Scheinwerfer, die die Bühne und den Rest der Halle erleuchten. Sie werden von den Veranstaltungstechnikern von der Regie aus kontrolliert. Dort befinden sich das Ton- und das Lichtpult, zusammen kosten die beiden etwa 80 000 Euro. Die Eislinger Stadthalle setzt auch hierbei wieder auf hohe Qualität: „Hier steht dasselbe Lichtpult wie das in der Elbphilharmonie“, erklärt Andreas Dexheimer stolz.

Nachgefragt bei Maria-Luise Schäfer

Frau Schäfer, was war Ihr schönstes Erlebnis in der Stadthalle?

Maria-Luise Schäfer: Das war die Jubiläumsveranstaltung der Halle. Im Februar 2014 haben wir unser zehnjähriges Bestehen gefeiert, dazu waren auch alle Mitarbeiter von außerhalb eingeladen.

Das größte Lob, das es für die Stadthalle oder eine Veranstaltung gab?

Das größte Lob kriegen unsere Männer, die für die Veranstaltungstechnik verantwortlich sind. Manche Veranstalter melden sich von selbst bei uns und überschlagen sich teilweise mit Lob. Mehr kann man sich nicht wünschen.

Gab es einen besonders peinlichen Zwischenfall während einer Veranstaltung?

Da fällt mir nichts ein. Das hört sich vielleicht langweilig an, aber wir haben einfach die richtigen Leute eingestellt, die mit den Sachen umgehen können.

Wen oder was wollen Sie unbedingt noch in der Stadthalle sehen oder hören?

Wir wollen hier noch ganz viele Künstler sehen, die vielleicht noch nicht aus Funk und Fernsehen bekannt sind, die aber richtig super gut sind. Wir wollen neue Leute und unbekannte Gesichter sehen und sind da an Künstlern dran. Natürlich möchten wir zusätzlich auch bekanntere Künstler in der Stadthalle haben. Wir hatten hier unter anderem schon Ben Becker, Iris Berben und Dieter Hallervorden auf der Bühne stehen. Was das angeht, müssen wir uns nicht verstecken.

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