Die Einwohner von Weiler stellten ihre Dorfentwicklung am Donnerstagabend auf neue organisatorische Beine. Statt wie bisher in Arbeitsgruppen werden nun die Ideen zur Verschönerung des Dorfes in Projektgruppen erarbeitet und umgesetzt.

Von den 60 Stühlen im Bürgersaal Weiler waren nur etwa 30 besetzt. Zwar freute sich Ortsvorsteher Oliver Knur, „auch neue Gesichter unter uns“ zu sehen. Insgesamt aber meinte er auch nach fast sechsjähriger Erfahrung, dass das große Interesse, mit dem 2014 gestartet worden sei, im Lauf der Jahre geschrumpft sei.

Daher stellte Stadtplaner Jan Werneke mehrere Projektideen samt ungefährem Zeitplan vor und der Zahl derjenigen, die daran mitwirken sollten, um sie erfolgreich abschließen zu können: „Man braucht Leute dafür, aber auch klare Rahmenbedingungen“, sagte Eberbachs Bürgermeister Eberhard Keller. Er wolle kein „Donut-Dorf“ – das sich an den Dorfrändern entwickle, innen aber ein Loch vorweise.

Zu den Projekten zählt auch das „Projekt Lehmgrube 2.0“. Dabei geht es um eine Blumenwiese an der erst im letzten Sommer umgestalteten einstigen Lehmgrube. Dabei sollen, so die Intention, heimische Pflanzen den Ortseingang optisch aufwerten: „Das kann schon im Sommer blühen“, meinte Jan Werneke.

Das nächste Projekt lautete „Beschilderung von Wanderwegen plus Erstellung einer Karte“. Die Spielplatzgestaltung stand zur Debatte, fand aber nicht so viele Mitstreiter, wie von Amts wegen vorgesehen waren. Das wiederum brachte den Einzigen, der sich dafür eingetragen hatte dazu, kurz darauf nochmals für die Aufgabe zu werben.

Aber auch Ablehnung wurde positiv bewertet. Auch ein Nein zu Projekten, für die sich nicht ausreichend Mitstreiter fänden, helfe, sagte Werneke: „Es hilft uns, uns nicht zu verzetteln.“ Der Ortsvorsteher stellte fest: „Ein Stimmungsbild und die Priorisierung helfen uns schon weiter.“

Wie überhaupt die etwa 30 Anwesenden sich engagierten und für ihr Dorf einsetzten. So kam letztlich auf Anregung eines Einwohners auch noch die alte Kirchhofmauer als neues Projekt auf die Agenda. Auf der stand unter anderem noch das „Mobilitätsdreieck“ – eine „Art modernes Trampen“, erklärte Jan Werneke, wo vorbeikommende Autofahrer diejenigen mitnehmen, die dort warten und zuvor per Schild ihr gewünschtes Ziel angaben.

Eine Art der Beförderung, über deren Akzeptanz die Meinungen auseinander gingen. Während eine Frau meinte, sie habe dort noch nie jemanden warten sehen, widersprach eine andere.

Nun sollten die Standorte überprüft und notfalls optimiert werden. Gleichzeitig galt das Interesse der Dorfbroschüre, die bereits 2015 herausgegeben worden war, nun aber nach drei Jahren überarbeitet und auf einen aktuellen Stand gebracht werden soll, um sie jedem Neubürger zu überreichen. Und offenbar ist Weiler mit seinen nun knapp 1100 Einwohnern auch bei den Stuttgartern als Wohnort ins Blickfeld gerückt: „Weil sie in Stuttgart die Wohnqualität nicht finden“, sagte Werneke.

Für Bürgermeister Eberhard Keller wurde mit dem Bürgerforum eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Stadt Ebersbach und der Teilorte gelegt. Aufgabe einer Verwaltung sei es auch, das Engagement der Bevölkerung zu fördern, zu ermöglichen und zu unterstützen. Um einen Ort erlebbar zu machen, brauche man die Bevölkerung, und Projekte zur Dorfentwicklung müssten aus der Bevölkerung wachsen. Ortsvorsteher Oliver Knur stellte mit Blick auf die recht geringe Zahl der Menschen im Publikum hoffnungsfroh fest: „Ich bin sicher, was hier heute geschah, wird nicht im Raum bleiben, sondern hinausgetragen ins Dorf.“