Uhingen Einsatz aus Liebe zur Musik

Johann Pfeifer kümmert sich unter anderem um die Finanzierung des Festivals auf Schloss Filseck.
Johann Pfeifer kümmert sich unter anderem um die Finanzierung des Festivals auf Schloss Filseck. © Foto: Villani
CORNELIA VILLANI 22.07.2014
In einer Porträtserie stellen wir Menschen vor, die seit Jahren zum Erfolg des Sommerfestivals auf Schloss Filseck beitragen. Heute: Vereinsvorsitzender Johann Pfeifer.

"Wunderbar, wie Walter Zwicker heute in der Zeitung kommt", sagt Johann Pfeifer und deutet auf die Ausgabe der NWZ. "Er ist ein so engagierter und feiner Mensch, das freut mich für ihn besonders." Für jeden seiner Mitstreiter aus dem zehnköpfigen Arbeitskreis des Vereins hat der Vorsitzende warme, herzliche Worte. Etwa für Landwirt Zwicker, der sich ums Parken rund ums Schloss kümmert, für PR-Chefin Ulrike Albrecht oder für den künstlerischen Leiter Gerald Buss. Mit diesem verbindet Pfeifer eine lange Freundschaft. "Er war es auch, der mich vor einigen Jahren fragte, ob ich die Vorstandschaft übernehmen wolle", erinnert er sich. Allerdings befand sich der Rechtsanwalt und Notar a. D. zu dieser Zeit noch im Berufsleben.

Erst nach seiner Pensionierung Anfang 2012 trat Pfeifer den ehrenamtlichen Posten an. "Und zwar wegen dieser imposanten Truppe, die den Verein seit Jahren wunderbar am Laufen hält." Er selbst sei dabei gar nicht so wichtig, schiebt der 70-Jährige hinterher. Doch als er aufzählt, was seine Aufgaben sind, kommt doch einiges zusammen.

Pfeifer leitet die monatlichen Sitzungen des Arbeitskreises, die sich häufen, je näher das Sommerfestival rückt. "Da geht es immer vergnügt und engagiert zu", erzählt er leise lächelnd. Besonders Gerald Buss sprühe immer vor wunderbaren künstlerischen Ideen. "Oft frage ich am Ende, Gerald, was kostet das denn schon wieder", sagt er.

Denn Pfeifer kümmert sich um die Finanzierung des Festivals. "Ich pflege den Kontakt mit unseren Sponsoren, die für uns lebensnotwendig sind." Außerdem prüfe der Notar a. D. die Verträge mit den Künstlern und schaue, dass alles vorschriftsmäßig abläuft.

"Was es dabei alles zu bedenken gibt!" So müssten etwa fürs Ab-schlussfeuerwerk Feuerwehrleute anwesend sein und ein gesonderter Shuttle-Bus angeboten werden. Alle paar Tage werfe das Festival neue Fragen auf. Bei all seinen Erklärungen vergisst Pfeifer nie, diejenigen zu nennen, die sich um jedes Detail kümmern. "Insgesamt rund 80 Helfer greifen uns beim Festival unter die Arme." Bei schlechten Wetter gelte es, Instrumente, Musiker und Technik in mehreren Bussen zur Wäschenbeurer Bürenhalle zu transportieren. Hier übt das Orchester übrigens während der Festivalwoche. "Die Musiker müssen natürlich etwas essen, also haben wir auch an einen Koch dort gedacht."

Um diesen Einsatz mit Freude leisten zu können, kommt Pfeifer seine Musikleidenschaft zugute. "Ich spiele zwar kein Instrument und singe nicht im Chor", räumt er ein, "doch Musik höre ich sehr gerne". Auf jedes der anstehenden Konzerte freue er sich. Sei es wegen der beeindruckenden Klänge von Bachs h-Moll-Messe oder wegen seiner Neugier auf das Abschlusskonzert über Filmkompositionen.

Nach dem Festival spüre Johann Pfeifer immer eine gewisse Erleichterung. Doch schon beim Helferfest steht der Termin für die Nachbesprechung fest. "Dann überlegen wir, was wir in Zukunft besser oder anders machen können."