Kreis Göppingen Einkaufen ohne Bargeld

Die Kreditkarten werden immer beliebter und sind richtungsweisend für den bargeldlosen Zahlungsverkehr.
Die Kreditkarten werden immer beliebter und sind richtungsweisend für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. © Foto: dpa
Kreis Göppingen / ELKE BERGER 18.07.2015
Kreditkarten sind auf dem Vormarsch. Auch im Kreis Göppingen bezahlen 1990 immer mehr Kunden mit "Plastikgeld". Geschäfte, die noch immer auf Bares setzen, müssen allmählich nachziehen mit der Technik.

"Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen", empfahl ein Werbeplakat vor 25 Jahren auf der Göppinger Einkaufsmeile und legte dem Kunden nahe, statt mit Scheinen, mit der Karte zu bezahlen. 40 Jahre nach der Ausgabe der ersten Kreditkarte in Amerika können sich auch die Läden im Kreis Göppingen kaum noch sperren gegen die Bezahlung per "Plastikgeld", schrieb die NWZ am 12. Juli 1990.

"Viele unserer Kunden haben schon gefragt, ob sie nicht mit Kreditkarte zahlen könnten", erzählte eine Boutiquenbesitzerin in einer Filstalgemeinde. "Drum rum kommen werden wir nicht, aber wir warten noch solange es geht." Auch wenn die Kreditkarte die Karte der Zukunft sei. Was einige Händler vom Akzeptieren der Kreditkarten noch abhielt, waren die Gebühren, die die Banken für den elektronischen Zahlungsverkehr auf die Händler abwälzten: Autorisationskosten für eine Bonitätsprüfung bei jedem Kassenbon sowie ein prozentualer Anteil an jedem Umsatz. Die allgemeinen Einsparungen durch den bargeldlosen Zahlungsverkehr fielen jedoch allein an die Banken. Ihre drei Prozent Rabatt für Stammkunden könne sie dann nicht mehr geben, sagte eine Ladenbesitzerin.

Ein exklusives Göppinger Schuhgeschäft hingegen akzeptierte Kreditkarten schon seit 20 Jahren, wie die Besitzerin erzählte. Obwohl ihr von den Banken etwa fünf Prozent des Bruttoumsatzes mit Karten berechnet würden. Sie stellte auch fest, dass die Zahl der Kreditkartenzahler in jüngster Zeit zunahm. Vorteil für den Kunden war eine gebündelte Rechnungsstellung zum Monatsende sowie gesparte Gebühren für Scheckvordrucke.

Noch zwei Jahre zuvor hatte es im Kreis Göppingen nur wenige Läden gegeben, die dieses bargeldlose Zahlungsmittel angenommen hatten, Mitte des Jahres 1990 waren es bereits 240 Geschäfte. Innerhalb eines Jahres hatte sich die Zahl verdoppelt und der Trend ging ungebrochen weiter.

Was sonst noch geschah . . .

13. Juli 1965: Die Gemeinde Schlierbach feiert Richtfest an ihrer neuen Volksschule. Im Frühjahr 1966 soll der moderne Sichtbetonbau fertiggestellt sein.

14. Juli 1990: Auf der Autobahn zwischen Aichelberg und Ulm treibt ein Heckenschütze sein Unwesen. Bereits bei zwölf Fahrzeugen wurden die Scheiben zerschossen.

14. Juli 1990: Nach dem Hohenstaufen-Lauf kommen Zweifel auf angesichts der rekordverdächtigen Laufzeiten. Schließlich wird die "grob" ermittelte Strecke von 25 Kilometer auf etwa 20 Kilometer herunterkorrigiert.

16. Juli 1965: Kurz vor dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz der Berufsbezeichnung "Ingenieur" werden auch im Kreis Göppingen noch etliche Facharbeiter und Meister von ihren Betrieben zu Firmen-Ingenieuren befördert.

17. Juli 1990: Für die Anlage von Parkplätzen der Firma Schuler wird in der Stuttgarter Straße in Göppingen das frühere Armenhaus abgebrochen. Das Gebäude stammte aus dem Jahr 1871.

SWP

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