Donzdorf Eine Oase mitten in Donzdorf begeistert durch Vielfalt

Die Teilnehmer an der Führung bekamen auch Informationen über die vielen Baumarten, die es im Schlossgarten in Donzdorf gibt.
Die Teilnehmer an der Führung bekamen auch Informationen über die vielen Baumarten, die es im Schlossgarten in Donzdorf gibt. © Foto: Patricia Moser
Donzdorf / PATRICIA MOSER 07.09.2015
Ein Rundgang durch den vielfältigen Schlosspark Donzdorf begeisterte und inspirierte die Besuchergruppe beim Sommer der Verführungen. Es gab interessante Informationen von der Gästeführerin Gerlinde Siegner.

Die zweite Führung durch den Schlosspark Donzdorf stieß auf reichlich Interesse. Am Ende der Führung waren sich die Gäste einig, dass gerade der anfängliche Regenguss zu einer besonderen Gartenatmosphäre mit frisch gereinigter Luft, beigetragen hat. Am Treffpunkt "Brunnen im östlichen Schlosshof" begrüßte die Gästeführerin Gerlinde Siegner ihre Besucher. Ausgebildet durch die Landfrauen darf sie sich als Gartenführerin und Gartenberaterin bezeichnen. Mit Herzblut führte sie durch den Schlosspark und outete sich hier und da als große Liebhaberin der exotischen Bäume.

Bevor die Gäste zu diesen spazierten, gab es zahlreiche Informationen zur Geschichte des Donzdorfer Schlosses, das 1568 erbaut wurde. Im heutigen Gebäude befindet sich die Gastronomie "Castello", auf dessen prächtiger Terrasse ein traumhafter Ausblick auf die Gartenanlage genossen werden kann. Im Obergeschoss des Donzdorfer Schlosses befindet sich die Verwaltung, wie sie schöner nicht platziert sein könnte. Die Musikschule hat ebenfalls einen Platz an historischem Ort.

Die riesigen Sonnenschirme der Terrasse der Gastronomie dienten eingangs als willkommener Regenschutz. Von dort aus wurde den Besuchern leicht vorstellbar, dass die ursprünglich französisch gestaltete Gartenanlage voller Wasserspiele war, bis sie dann später zu einer freieren Form, der englischen Gartengestaltung, überwechselte. Die 4,5 Hektar große Anlage wurde 1992 öffentlich zugänglich gemacht.

In seiner Vielfalt begeistert der Park nicht nur geführte Gruppen, sondern auch die Spaziergänger, die einfach so hereinschauen. Im östlichen Teil zeigten sich den Besuchern im Rosenbeet die ADR-Rosen, eine Rosenart, die nicht so empfindlich ist. Der diesjährige heiße Sommer hat ihnen dennoch sichtbar zugesetzt. Küchenkräuter, die es trocken und sonnig mögen, gesellte man zu den Rosen. Eine windresistente Clematis an der östlichen und westlichen Eingangsmauer begrüßt die Gäste mit ihren leuchtend gelben Blüten.

Die jahreszeitlichen Höhepunkte kristallisierten sich anhand der Ausführungen von Gerlinde Siegner bei den jeweiligen Pflanzen heraus. Im Frühling sorgen 4000 eingesetzte Narzissenzwiebeln für eine leuchtende Blütenpracht. Unter der Blutbuche findet der Besucher im Frühling einen blauen Blütenteppich von Scilla/Blaustern, wusste Elisabeth Heilig, selbst Floristin, aus Deggingen zu erzählen. Der Vorsatz, im Frühling unbedingt wieder zu kommen, wurde hier bereits oft vorgebracht. Die Blütenpracht der Rosen und Stauden im Sommer dehnte diesen Wunsch auf den Sommer aus. Unschwer zu erraten, dass auch der Herbst seine Reize bietet, anhand der vielen Bäume, die ebenfalls zu entdecken sind.

Zahlreiche Exoten sind im Schlosspark angesiedelt worden. Der Lebkuchenbaum verströmt seinen typischen Geruch, der bereits jetzt an das Weihnachtsgebäck denken lässt. Der Gingkobaum, der aufgrund seiner Resistenz gegen Schädlingsbefall und seiner Anspruchslosigkeit weltweit gerne als Stadtbaum angepflanzt wird, begeisterte auch wegen seiner Schönheit und seiner typischen Blätter. Die überreifen Früchte des weiblichen Gingko "stinken wie Most", so wurde aus den Besucherreihen berichtet. Der Amberbaum, ähnlich dem Ahorn ist mit der Hamamelis, der Zaubernuss, verwandt und blüht nicht. Durch Laubengänge gelangte die Besuchergruppe zur Kastanienallee und zum ehemaligen Dressurplatz, auf dem jetzt zahlreiche Stauden ihre Heimat gefunden haben. Dieser naturbelassene Platz inspirierte den Gartenbesitzer.

Platanen, Elsbeeren, Schwarznüsse, Amerikanische Khaki, Mispel, Ulmen, Mammutbäume und viele weitere Baumarten gibt es im Schlossgarten in Donzdorf zu bestaunen. Daneben schmücken zahlreiche Bronzeskulpturen die Wege und Wiesen. Auf Bänken und Ruheliegen kann der Park individuell genossen werden.

"Der Blick bei einer Führung ist doch ein ganz anderer, als wenn man sonst durchgeht", meinte eine Dame, die einmal in Donzdorf gewohnt hat. "Für mich ist das heute ein Heimspiel", meinte Elisabeth Heilig, die Floristin aus Deggingen lachend. Ihr Großvater war einst Schlossgärtner in Donzdorf, ihre Mutter ist in der Schlossgärtnerei aufgewachsen und sie selbst verbrachte ihre Jugend hier. Das Schloss und seine Parkanlagen sind eine Oase inmitten von Donzdorf und - das wurde an diesem Nachmittag deutlich - auch eine zentrale Identifikation der heutigen und ehemaligen Donzdorfer. Familiäre Feste werden mit Schloss und Park verbunden. Heimkehr nach Donzdorf bedeutet gleichzeitig, einen Rundgang durch den Park unternehmen.

Knapp zwei Stunden vergingen sehr kurzweilig in freier Natur und so mancher Gast flanierte noch alleine über die Kiespfade des Parks.

Schon ver-führt?

Freie Plätze: In den kommenden Tagen gibt es unter anderem bei diesen Veranstaltungen freie Plätze:

Angebote: Kirchenführung mit Turmbesteigung: St. Galluskirche Bad Überkingen, WMF, Wanderung vom Wäscherschloss nach Lorch, Spaziergang und Führung mit Alpakas in Bad Überkingen, Führung historische Pumpstation Bad Überkingen - Albwasserversorgung, 755 Jahre Bartenbach (11. September)

Anmeldungen direkt beim jeweiligen Veranstalter. Informationen zu den einzelnen Angeboten im Internet auf

www.landkreis-goeppingen.de

 

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