Denkmal Einblicke in historische Monumente

VERENA ALBRECHT 10.09.2015
Unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie" steht in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals. Für Besucher werden im Kreis Göppingen zahlreiche Besichtigungen und Vorträge angeboten.

Am Sonntag, 13. September, ist "Tag des offenen Denkmals". Besucher können im Landkreis Monumente unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie" besichtigen. Es werden zahlreiche Führungen und Vorträge in privaten, öffentlichen oder kirchlichen Kulturdenkmalen angeboten.

In Göppingen werden die ehemaligen Fuhrpark-Hallen der Firma Boehringer Ausgangspunkt für mehrere Besichtigungen sein. Im Fokus steht die Industriegeschichte der Firma selbst, Märklin und Schuler. Die Hallen werden am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein. "Die Besucher können in die Geschichte der Industriekultur eintauchen. Es werden auch ehemalige Mitarbeiter der Firma Boehringer da sein, die von ihrem Arbeitsalltag erzählen werden", verrät Wolfram Hosch vom Kulturreferat der Stadt Göppingen.

Der Unimog-Club Gaggenau werde ab 10 Uhr an den Boehringer-Garagen die Funktionsweise eines ausgestellten Kleinkraftwagens erklären. Der Unimog sei ein bekanntes "Nachkriegsprodukt", das bei der Firma Boehringer für einige Zeit hergestellt wurde.

175 Jahre Firmengeschichte von Schuler haben im Göppinger Stadtbild Spuren hinterlassen: Die Führung von Thilo Keierleber fängt beim Boehringer Gelände an und führt zum ehemaligen Gründerhaus von Schuler.

Mechanische Werkstätten und Fabriken haben sich vor und während der Industrialisierung hauptsächlich an Flüssen und deren Kanäle, nach dem Bahnbau auch entlang der Eisenbahn angesiedelt: Der Stadtführer Peter Blum steuert in seiner Besichtigung Standorte an der Fils zwischen dem unteren Wehr und der Badbrücke an.

Roland Gaugele, ehemaliger Märklin-Marketingchef und Kurator zahlreicher Märklin-Ausstellungen, führt zu den ehemaligen Produktionsorten im Zentrum der Stadt und erläutert die Entwicklung des Unternehmens "vom Klempnerbetrieb zum Weltmarktführer unter den Modellbahnherstellern".

In der Faurndauer Stiftskirche soll es eindrucksvolle Zeugnisse aus der Handwerks- und Technikgeschichte zu bestaunen geben. "Spurensuche - ein Blick in die Baugeschichte der Faurndauer Stiftskirche" lautet der Beitrag zur Bau- und Handwerksgeschichte von Kirchenführerin Bärbel Grieb.

Auch die Villa Mauch in Göppingen wird ihre Türen für interessierte Besucher öffnen.

Die Skulptur mit dem Namen Pietà wurde von Franz Ignaz Günther im Jahr 1774 mit feinster Handarbeit aus Lindenholz erstellt und ziert die Friedhofskapelle in Nenningen. "Die Besucher erwartet Führungen und Handwerkskunst von verschiedenen Malern und Bildhauern", blickt Bernhard Blum, zweiter Vorsitzender des Fördervereins, voraus.

In Salach wird die historische Kammgarnspinnerei Schachenmayr vorgestellt. Los geht's um 13.30 Uhr am Rathaus mit einer Führung zum Schachenmayr-Areal mit Hans Paflik vom Gemeindearchiv. Um 14.30 Uhr ist Ausstellungseröffnung mit Bürgermeister Bernd Lutz im Foyer des Rathauses mit Filmschau und Bewirtung.

In Süßen öffnet das Stadtarchiv seine Türen: Von 14 bis 17 Uhr können die Räume besichtigt werden. Die Besucher erhalten Einblicke in die Geschichte der Stadt Süßen, in die umfangreichen Bestände, Bildersammlungen, Nachlässe und in die verschiedenen Aufgaben des Archivs. Spuren von altem Handwerk in Süßen finden sich auch rund um die Ulrichskirche. Unter dem Titel: "Handwerk und Beginn der industriellen Entwicklung rund um die Ulrichskirche" werden zwei Führungen angeboten.

In der Eislingen Christuskirche wird es ein Orgelkonzert mit Kirchenführung geben.

Und wer sich jetzt fragt, warum das Schloss Filseck nicht dabei ist: "Wir können nicht teilnehmen, weil wir an unserem Schloss Umbauarbeiten haben. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei", sagt Werner Litz, zweiter Vorsitzender des Förderkreises Schloss Filseck.