Gingen Ein Zuhause für Ältere entsteht

Beifall gibt es für den Richtspruch von Polier Tobias Rommel.
Beifall gibt es für den Richtspruch von Polier Tobias Rommel. © Foto: Schwabenpress
Gingen / Günter Hofer 13.07.2018
Im Herzen von Gingen, als öffentliche Einrichtung verankert, steht der Rohbau der Altenpflegeeinrichtung des Samariterstifts.

Der Bau er möge feste steh’n. es möge ihm kein Leid gescheh’n. Nun Glas zersplittere im Grund, geweiht sei dieser Bau zur Stund“, lautete der Richtspruch von Polier Tobias Rommel vom gleichnamigen Bauunternehmen am Donnerstag in Gingen. Nach dem letzten von 13 Versen schmetterte er nach altem Brauch das Weinglas aus der zweiten Etage zu Boden. Der gemütliche Teil bei Leberkäs und Kartoffelsalat konnte beginnen.

Zuvor gaben Festredner einen Einblick in die bis dahin geleistete Handwerkerarbeit, die Planungsleistung und über die Zukunft des künftigen Pflegeheims. Unmittelbar neben dem Wahrzeichen der Gemeinde Gingen, der evangelischen Johanneskirche, entsteht das Pflegeheim mit 40 Plätzen. Träger der neuen Altenpflegeeinrichtung ist die Samariterstiftung, die derzeit 25 Pflegeeinrichtungen in ganz Baden- Württemberg betreibt, darunter in Geislingen und Altenstadt.

Gingens Bürgermeister Marius Hick lobte die vorbildliche Feierlaune der Gingener. Sein dunkler „Feieranzug“ gehört zur Zeit zur Standardgarderobe. Erst zwei Tage zuvor stand der Bürgermeister bei der Einweihung der Ortsumgehung (wir berichteten) mit im Mittelpunkt.

Für Hick entsteht mit dem Pflegeheim ein Meilenstein in der Ortsentwicklung. Er lobte die Baufirma und sprach davon, dass bisher bei der Absprache von Terminen alles „klasse und reibungslos“ funktionierte. „Wir sind mit Blick auf das Schulhaus auch anderes gewohnt“, merkte er an. Der Umbau wurde nach fast einjähriger Verspätung Anfang Juli feierlich eingeweiht.

Es war auch schon fast logisch, dass Marius Hick in seinem Grußwort die unmittelbar vor dem Samariterstift entstehenden elf Parkplätze nicht unerwähnt ließ. Während der Planungsphase sorgten sich Anwohner davor, dass Parkplätze zur Mangelware werden, weshalb weitere eingeplant wurden. Der Bürgermeister von Gingen ist davon überzeugt: „Es wird ein gutes Zusammenspiel zwischen den Nachbarn und dem Samariterstift geben.“

Spaß beim Bauen

„Das Bürgermeisterlob“, so Andy Vonderlind, Geschäftsführer bei Rommel SF-Bau, „ gebe ich gerne an die Handwerker weiter“. Bauen ist für den Geschäftsführer ein Kooperationsprozess. „Mit so einer durchdachten Planung macht das Bauen aber besonders Spaß.“ Nach seinen Worten lief bisher alles nach Plan und ohne besondere Vorkommnisse. „Mit der Altenpflegeeinrichtung wird maximale Qualität zum möglichst günstigsten Preis geliefert“, befand Architekt Eckhard Ernst. Es entstehe ein Samariterstift, das den modernsten Ansprüchen entspreche. „Das Haus soll nicht für reiche Leute sein, sondern für Normale.“

Richard Autenrieth, seit nunmehr 120 Tagen als evangelischer Pfarrer von Gingen im Amt, hat die Rohbauphase in unmittelbarer Nachbarschaft voll mitbekommen. Er hat gestaunt, wie zügig bisher alles voranging und sprach von ersichtlicher Fachkompetenz sowie Schnelligkeit. Wenn auch von einigen Bürgern, durch den Neubau die Enge und ein fehlender Blick zur Kirche bemängelt werde, meinte Autenrieth: „Mein Panorama von Nebenan geht noch, es ist wie ein Raumschiff, das hier landet.“ Pfarrer Shaji Joseph (katholische Kirche) sprach von einer „Augenpause“, immer dann wenn er an der Baustelle vorbeikam und kontrollierte wie weit der Bau ist.

Hausherr Frank Wößmer dankte allen bisher am Bau beteiligten internen und externen Kräften. „Es ist aufgerichtet“, sagte Wößmer, die Pläne und die Umsetzung seien besser „als das Wirken und Tun von Jogi Löw und seiner Nationalmannschaft“. Den Standort der neuen Altenpflegeeinrichtung bezeichnet Frank Wößmer als „ideal“. Das Leben im Alter bekomme so einen Ort, wo es willkommen sei: in der Ortsmitte. „Wir stehen gerne neben der Kirche. Es ist eine Symbolik: Kirche und Samariterstift.“

Leben in drei Hausgemeinschaften

Das erschlossene Grundstück stellt die Gemeinde Gingen auf Erbpachtbasis zur Verfügung. Das zwei- bis dreistöckige Gebäude wird über den neu zu gestaltenden Platz an der Grabenstraße erschlossen.

Die Bewohner leben in Hausgemeinschafts-Gruppen mit zwölf, 13 und 15 Plätzen.

Einen Dachgarten können die 15 Bewohner im Obergeschoss nutzen. 25 Bewohner werden von ihrem Gemeinschaftsbereich aus einen direkten Zugang zu einem beschützten Freibereich haben.

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