Aktion Ein Wald mit besonderem Mittelpunkt

Weihten den Landkreismittelpunkt ein: (v.l.) Landrat Edgar Wolff,  Süßens Bürgermeister Marc Kersting, Simon Betz, der Leiter des Vermessungsamtes, Martin Geisel, der Amtsleiter des Forstamts, und die Schlater Bürgermeisterin Gudrun Flogaus. 
Weihten den Landkreismittelpunkt ein: (v.l.) Landrat Edgar Wolff, Süßens Bürgermeister Marc Kersting, Simon Betz, der Leiter des Vermessungsamtes, Martin Geisel, der Amtsleiter des Forstamts, und die Schlater Bürgermeisterin Gudrun Flogaus.  © Foto: Sabine Ackermann
Kreis Göppingen / Von Sabine Ackermann 16.07.2018

Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk‘ es, ein Jahrhundert“, schrieb einst der Münchner Dichter und Lyriker Eugen Roth, dem dieser vielfältige Wald-Erlebnis-Tag vermutlich sehr gefallen hätte. Den Wald als Natur- und Lebensraum in und mit seinen ganzen Facetten zu erleben – ein Angebot des Landkreises Göppingen, das förmlich nach einer Wiederholung schreit. Eine 73-jährige Naturliebhaberin aus Donzdorf bringt es auf den Punkt: „Warum brauchte es erst ein Jubiläum, um einen Walderlebnistag zu veranstalten?“, fragt sich Jutta Kaufmann, weshalb davor noch keiner auf diese tolle Idee kam, „vor allem Kinder und Jugendliche muss man unbedingt wieder an das echte Leben, an die Natur heranführen“.

Kurz nach zehn Uhr sind demgemäß schon etliche dabei, die Parkplätze sind voll, und eine bunte Mischung aus Abgeordneten, Bürgermeistern, Kreisräten, Mitarbeitern und Besuchern wollen sich zudem die Enthüllung des weißen Jurakalksteines nicht entgehen lassen.

Zuvor erinnerte Landrat Edgar Wolff an die Zusammenlegung der früheren Oberämter Göppingen und Geislingen am 1. Oktober 1938 und die daraus resultierende wirtschaftlich sowie infrastrukturell sinnvolle, beständige und effektive Schaffung der Verwaltungseinheiten. „Seit 1938 hat sich die Einwohnerzahl des Landkreises mit aktuell rund 254 000 Menschen mehr als verdoppelt“, so der Landrat. Nach einigen Rück- und Ausblicken hinsichtlich des Jubiläumsprogramms, stehe heute alles unter dem Motto: „Überraschend Grün“ sowie „Überraschend Genau“. So mache der Wald mit rund 22 500 Hektar – aufgeteilt in 27 Prozent Staatswald, 31 Prozent Kommunalwald und 42 Prozent Privatwald – etwa 35 Prozent der Landesfläche aus und erfülle eine Nutz-, Schutz- sowie Erholungsfunktion, berichtet Edgar Wolff. Man habe die Absicht, alles dafür zu tun, damit die hohen Standards in der Waldbewirtschaftung erhalten bleiben, um auch für die Zukunft Kontinuität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

„Wir freuen uns schon mächtig, dass wir Mittelpunkt im Landkreis sind“, verrät Schlats Bürgermeisterin Gudrun Flogaus, wobei Schultes Marc Kersting den Satz aus seinem Blickwinkel ein wenig anders formuliert: „Schöne Sache, dass der Landkreis-Mittelpunkt zwischen Süßen und Schlat ist.“ Einigkeit herrscht darin, dass diese Stelle „im gemeinsamen Wald“ auf jeden Fall etwas ganz Besonderes ist.

Noch spannender als das Gefühl, im geografischen Landkreismittelpunkt zu stehen, waren die sicht-, fühl- und riechbaren Erlebnisse rund um das Meer voller Bäume. Kein Thema wurde an den verschiedenen Erlebnis-Stationen für die Besucher außer Acht gelassen, ob Ausbildung, Forstwirtschaft oder der Naturschutz und die nachhaltige Nutzung des Waldes einhergehend mit der Waldpädagogik, bei der die Jüngsten voll auf ihre Kosten kamen.

120

Euro pro Monat gibt der Göppinger für xx aus.

Infobox

Deutschland: Passt man die Grenzen Deutschlands in ein Gebiet zwischen den jeweils äußersten Breiten- und Längengraden ein, so liegt der Mittelpunkt in Niederdorla in Thüringen bei ♁51° 9′ 48,2″ N, 10° 26′ 51,7″ O. Dieser Mittelpunkt hat als Koordinaten die Mittelwerte der Koordinaten des nördlichsten und südlichsten, sowie des östlichsten und westlichsten Punktes.

Europa: Die Wissenschaftler des Französischen Nationalen Geographie-Instituts stellten im Jahre 1989 fest, dass sich der geografische Mittelpunkt Europas in Litauen, 26 km nördlich von der Hauptstadt Vilnius, befindet.

Erde: Mittels des globalen digitalen Oberflächenmodells von Holger Isenberg aus dem Jahre 2003 ergab die neue Berechnung, dass die Stadt Çorum in der Türkei der Mittelpunkt der Erde ist.

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