Unterhaltung Ein Spundschlag, viele Attraktionen

Leckere Tapas zu spanischem Rotwein sind begehrt in der Bodega Fernando.
Leckere Tapas zu spanischem Rotwein sind begehrt in der Bodega Fernando. © Foto: Ulrike Luthmer-Lechner
Salach / Von Ulrike Luthmer-Lechner 24.07.2018

Pünktlich zum Fassanstich verzogen sich am Samstag die dunklen Wolken über Salach und die Regenschleusen schlossen sich. Am Stand des Musikvereins trieb Bürgermeister Julian Stipp, assistiert von Musikvereinschef Silvio Caputo und Franz Romatka, mit nur einem Schlag routiniert den Spund ins erste Fass, und schon floss das Bier schäumend in die Krüge. „Wenn das Bier so strömt wie der Regen, können wir gut feiern“, meinte der Rathauschef.

Das stimmungsvolle Festwochenende eröffnete der örtliche Musikverein, er wurde am Abend vom Musikverein Schnittlingen abgelöst. Geboten wurde eine bunte Programmvielfalt für Alt und Jung. Kulinarisches, Optisches und Akustisches hatten die Vereine und Organisationen vorbereitet, und die Bevölkerung nahm es gerne an. Abends füllten sich die Straßen: Flanieren, sehen und gesehen werden, hocken und sich unterhalten war angesagt. Andere zog es zur Rockmusik, live und lautstark auf der Bühne des Handels- und Gewerbevereins präsentiert. Die 5. HGV-Rocknacht mit drei Bands musste nur einmal wegen eines Regengusses für eine halbe Stunde unterbrochen werden, aber fast bis Mitternacht harrten die begeisterten Fans aus.

Ähnlich im Innenhof der Senio­renanlage: Auf der Bühne der Pfadfinder (DPSG) heizte „Halfplugged“ mit Musik aus den 60er- bis 90-er Jahren ein. Landestypische Spezialitäten  und kulturelle Angebote gab es an den Ständen des „Festes der Nationen“. Wem das alles spanisch vorkam, war im Rathaus-Foyer richtig. An Tapas und einem Glas Rotwein labte sich die Genießerrunde in der „Bodega Fernando“ des Kolpingvereins. Gemütliche Fest-Hocker fanden sich auch beim Liederkranz zu Gesang und Fröhlichkeit  ein.  Reinald Weimar hatte das Zeltinnere anlässlich des  160-jährigen Bestehens mit Konzertplakaten aus längst vergangenen Tagen dekoriert.

Der Sonntagmorgen gehörte den Schnäppchenjägern beim Flohmarkt, bevor der ökumenische Gottesdienst in der Hauptstraße begann. Folkloretänze, die Salacher Cheerleader und die Kleine Garde der örtlichen Fasnet sorgten unter anderem am Nachmittag für einen gelungenen Augen- und Ohrenschmaus.

In Donzdorf war es nicht nur beim Fassanstich von oben nass: Eine wahrhaft überschäumende Darbietung bot Donzdorfs Bürgermeister Martin Stölzle. Und das, obwohl wenige Tage zuvor am extra angeschafften städtischen Holzfass ein Probe-Anstich erfolgt war, wie Kulturringpräsident Alexander Müller in seiner Eröffnungsrede verriet: „Da hat alles wunderbar geklappt.“ Doch was soll’s. Die Bierdusche sorgte für Erheiterung beim Publikum und war der Auftakt für ein gelungenes Stadtfest. „Egal wie das Wetter wird, wir feiern bis zur Sperrstunde“, hatte der Kulturringpräsident in seiner Ansprache versprochen.

Schlechtes Wetter trübt beileibe nicht die Feierlaune der Donzdorfer. Das war bereits beim vorausgegangenen Schlossgartenlauf zu erkennen. Zahlreiche Zuschauer säumten die Laufstrecke und feuerten gut beschirmt die Teams an. Die  trotzten der nassen Witterung und gaben ihr Bestes auf dem rund 400 Meter langen Rundkurs. Dann hatte der Wettergott ein Einsehen, hielt die Schleusen meist geschlossen, und die Menschen strömten in Scharen zum Festgelände.

An manchen Stellen rund ums Schloss gab es fast kein Durchkommen mehr. Das Stadtfest in Donzdorf ist Familienfest, Klassentreffen und Jahrgangsfeier in einem – ein Zusammentreffen aller Altersklassen. „Das ist Wahnsinn“, spielte die Band „Last Minute“ im Osthof. Der Titel war nicht nur passend zum Festgeschehen, sondern heizte auch den Gästen gewaltig ein. Im Fohlenhof sorgte „Streetlife XL“ für Unterhaltung. Ordentlich was auf die Ohren gab es  im Westhof. Die Metal-Band „Bleeding out the Rage“ war mit ihrem harten Sound nichts für zart Besaitete und ging durch Mark und Bein.

Aber das Donzdorfer Stadtfest ist dafür bekannt, dass jeder bei der Musikauswahl auf seine Kosten kommt. So stand im absoluten Kontrast zum Metal-Sound der bayrische Abend im Zelt des Liederkanzes – deutscher Schlager zu Grillhähnchen und Fleischkäse.  Bis in die Nacht wurde gefeiert. Und am Sonntag ging es fröhlich weiter.

Nach Gottesdienst und Frühschoppen fanden am Nachmittag die Tanz- und Musikdarbietungen der Schulen und Vereine auf der Bühne im östlichen Schlosshof großen Zulauf. Die Tische und Bänke waren schnell gefüllt und die Smartphones für die Video-Aufnahmen in Position gebracht. Jazz, Hip-Hop und folkloristische Tanzeinlagen ernteten großen Beifall wie auch der Kinderchor aus Reichenbach u.R..

Der extra über den Hof gespannte Zeltschirm sorgte für eine ganz besondere Stadtfest-Atmosphäre. Kurz blinzelte dann sogar die Sonne durch die Wolken, und das Segel erfüllte damit seinen Zweck nicht nur als Regenschutz.

Das erste Salacher „Fest der Nationen“

Premiere Das „Fest der Nationen“ wurde erstmals ins Straßenfest integriert, um die Vielfalt von Salach zu präsentieren. „Mich begeistert, dass wir ein interkulturelles Angebot durch diesen gemeinsamen Auftritt ermöglichen können“, so Intergrationsbeauftragte Claudia Becker. „Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, wie viele verschiedene Nationen in der Gemeinde leben“. Ziel sei es, das Zusammenleben von Generationen und Kulturen zu fördern.  Mit einer kulinarischen Reise durch fremde Länder, Tänzen, Gesang und Ausstellungen präsentierten sich Afrikaner,  Türken, Philippinen, Portugiesen, Serben, Siebenbürgen sowie der Salacher Sprachkurs.

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