Salach Ein Spundschlag, viele Attraktionen

Salach / Von Ulrike Luthmer-Lechner 23.07.2018
Die Salacher feiern ihr Straßenfest und das erste Fest der Nationen und lassen sich auch vom Regenwetter nicht stören.

Pünktlich zum Fassanstich verzogen sich die dunklen Wolken und die Regenschleusen schlossen sich. Am Stand des Musikvereins trieb Bürgermeister Julian Stipp, assistiert von Musikvereinschef Silvio Caputo und Franz Romatka, mit nur einem Schlag routiniert den Spund ins erste Fass, und schon floss das Bier schäumend in die Krüge. „Wenn das Bier so strömt wie der Regen, können wir gut feiern“, meinte der Rathauschef.

Das stimmungsvolle Festwochenende eröffnete der örtliche Musikverein, er wurde am Abend vom Musikverein Schnittlingen abgelöst. Geboten wurde eine bunte Programm-Vielfalt für Alt und Jung. Kulinarisches, Optisches und Akustisches hatten die Vereine und Organisationen vorbereitet, und die Bevölkerung nahm es gerne an. So auch den neuen Standort der TSG auf dem Rathausplatz, wo es die Rockband „September Fall“ ordentlich krachen ließ.  „Wir sind hier deutlich besser aufgestellt und das Publikum begrüßt die neue Lage“, so Csaba Cseri, dritter Vorsitzender der TSG. Über eine Karussellfahrt, das vom Kulturkreis organisierte Kindertheater oder eine Übungseinheit auf dem Tret-Uni­mog bei den Modellbaufreunden Staufen freuten sich die Jung-Salacher. Indes, die Regengüsse hielten Modellbaufreunde-Chef Jürgen Wendler davon ab, die Hüpfburg aufzustellen. Am Samstagabend füllten sich die Straßen: Flanieren, sehen und gesehen werden, hocken und sich unterhalten war angesagt. Andere zog es zur Rockmusik, live und lautstark auf der Bühne des Handels- und Gewerbevereins präsentiert. Die 5. HGV-Rocknacht mit drei Bands musste nur einmal wegen eines Regengusses für eine halbe Stunde unterbrochen werden, aber fast bis Mitternacht harrten die begeisterten Fans aus.

Ähnlich im Innenhof der Senio­renanlage: Auf der Bühne der Pfadfinder (DPSG) heizte „Halfplugged“ mit Musik aus den 60er- bis 90er Jahren ein. Landestypische Spezialitäten  und kulturelle Angebote gab es an den Ständen des „Festes der Nationen“. Wem das alles spanisch vorkam, war im Rathaus-Foyer richtig. An Tapas und einem Glas Rotwein labte sich die Genießerrunde in der „Bodega Fernando“ des Kolpingvereins. Gemütliche Fest-Hocker fanden sich auch beim Liederkranz zu Gesang und Fröhlichkeit  ein.  Reinald Weimar hatte das Zeltinnere anlässlich des  160-jährigen Bestehens mit Konzertplakaten aus längst vergangenen Tagen dekoriert.

Der Sonntagmorgen gehörte den Schnäppchenjägern beim Flohmarkt, bevor der ökumenische Gottesdienst in der Hauptstraße begann. Folkloretänze, die Salacher Cheerleader und die Kleine Garde der örtlichen Fasnet sorgten unter anderem am Nachmittag für einen gelungenen Augen- und Ohrenschmaus. Trotz der witterungsbedingten Wechselbäder war auch  die 38. Auflage des Salacher Straßenfestes ein voller Erfolg.

Das erste Salacher „Fest der Nationen“

Premiere Das „Fest der Nationen“ wurde erstmals ins Straßenfest integriert, um die Vielfalt von Salach zu präsentieren. „Mich begeistert, dass wir ein interkulturelles Angebot durch diesen gemeinsamen Auftritt ermöglichen können“, so Intergrationsbeauftragte Claudia Becker. „Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nicht, wie viele verschiedene Nationen in der Gemeinde leben“. Ziel sei es, das Zusammenleben von Generationen und Kulturen zu fördern.  Mit einer kulinarischen Reise durch fremde Länder, Tänzen, Gesang und Ausstellungen präsentierten sich Afrikaner,  Türken, Philippinen, Portugiesen, Serben, Siebenbürgen sowie der Salacher Sprachkurs.

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