Genau 29 Pferdeboxen, eine Reithalle mit angeschlossenem Reiterstübchen, ein Außenreitplatz, eine Führanlage und ein Wohnhaus gehören zum Ensemble des Uhinger Gestüts Sonnenschein im Charlottenhof 3. Vor fünf Jahren hat die Uhingerin Sabine Reisenauer das Anwesen des historischen Charlottenhofs gekauft, das ehemals zu Schloss Filseck gehört hatte. Ihr Traum: Ein Leben mit ihren Pferden. Der Traum ist Wirklichkeit geworden.

Gemeinderat gibt grünes Licht

Der Uhinger Gemeinderat hat das Baugesuch im Außenbereich positiv beschieden, im Jahr 2015 wurde mit dem Bau begonnen, ein Jahr später zogen die ersten Zuchtstuten ins jetzige Gestüt Sonnenschein ein. „Ich habe erst 16-jährig mit dem Reiten angefangen“, erzählt die 48-jährige Pferdeliebhaberin. Ihre Eltern waren vom Vorhaben nicht begeistert, Sabine Reisenauer hat sich durchgesetzt. Irgendwann kam die Pferdezucht dazu. „Ich war viele Jahre im Reitverein Weilheim, da hatte ich mit vielen Pferdezüchtern Kontakt.“ Dort habe sie viel über die Pferdezucht gelernt. Vor elf Jahren erblickte ihr erstes, selbst gezogenes Fohlen das Licht der Welt, Mutterstute war ihr damaliges Reitpferd.

Im Laufe der Jahre hat sie weitere Stuten gekauft und ist ins Zuchtgeschäft eingestiegen, allerdings waren die Pferde auf drei verschiedene Ställe verteilt und das brachte immensen Zeitaufwand mit sich. Mit dem ehemaligen Charlottenhof hat sie ein geeignetes Gelände mit rund 7,5 Hektar Land für ihr Vorhaben gefunden.

Goldprämierte Fohlen

Vom historischen Hof waren nur noch eine Scheune und ein altes Gesindehaus übrig. „Ich hätte es gerne erhalten“, sagt Reisenauer, die Begutachtung eines Statikers schaffte letztlich Klarheit: Die Gebäude waren zu baufällig und mussten abgerissen werden. Einzig einige wenige Steine der früheren Natursteinmauer konnten noch gerettet werden und die werden in einen Torbogen, der im kommenden Frühjahr errichtet werden soll, integriert. Integriert wird dort auch der alte Wappenstein, den Sabine Reisenauer derzeit restaurieren lässt.

Die Pferdezucht läuft gut, die Pferdeliebhaberin hat schon viele sehr gute, goldprämierte Fohlen gezogen, darunter beispielsweise den Hengst Sandbrink, der vor sieben Jahren süddeutscher Körungssieger im Bereich Dressur wurde. Ein Nachwuchspferd wurde dieses Jahr Landeschampion.

Acht Fohlen geboren

14 Pferde nennt Sabine Reisenauer ihr eigen. „Sie sind mein ein und alles“, sagt sie. Letztes Jahr haben acht Fohlen das Licht der Welt erblickt, dieses Jahr werden es sieben sein. Drei ihrer Stuten gehen erfolgreich im Sport. „Ich lege großen Wert darauf, dass die Stuten ihre Qualitäten im Sport beweisen“, betont die Züchterin. Für ihren Stutenstamm sorgt sie selbst. Für alle anderen Arbeiten auf dem Gestüt beschäftigt sie zwei Teilzeitmitarbeiter, die sich auch um die Pensionspferde kümmern. „Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pferden ist groß“, weiß Reisenauer, die sich dennoch lieber auf die Zucht und den Verkauf der Fohlen konzentriert und es in kurzer Zeit geschafft hat, durch den Mix von Zucht und Pensionspferdehaltung das Gestüt Sonnenschein soweit zu bringen, dass es sich finanziell selbst trägt. Auch Tochter Anna-Christin ist begeisterte Reiterin und wird eine Bereiterlehre machen.

„Resonanz ist sehr positiv“

Weiter vergrößern möchte sich Sabine Reisenauer eigentlich nicht. „Ich möchte den Betrieb überschaubar halten“, sagt sie, denn sie arbeitet hauptberuflich und selbstständig in der Projektent­wicklung und Objektverwaltung im Einzelhandel. Anfragen zur Ausrichtung eines Reitturniers hat sie auch schon bekommen. „Dafür fehlen mit ausreichend Parkmöglichkeiten“, sagt Reisenauer. Unweit von Schloss Filseck gelegen, kommen auch viele Spaziergänger am Gestüt Sonnenschein vorbei und mit so manchem ist Sabine Reisenauer auch ins Gespräch gekommen. „Die Resonanz auf das Gestüt ist sehr positiv“, freut sich die Züchterin, die inmitten der sonnengelb gestalteten Gebäude wohnt.

Info Das Gut Charlottenhof gehörte ehemals zu Schloss Filseck und wurde vor 280 Jahren von Generalleutnant Carl Magnus Leutrum von Ertringen angelegt. Es wurde bis 1968 bewirtschaftet.