Entwurf Gemeinderat plant neuen Treffpunkt an der Fils

Noch sieht es im „Wäldchen“ an der Fils  aus wie im Dschungel. Wenn es nach Gemeinderat und Verwaltung geht, sollen dort bereits im nächsten Jahr die „Filsterrassen“ entstehen.
Noch sieht es im „Wäldchen“ an der Fils  aus wie im Dschungel. Wenn es nach Gemeinderat und Verwaltung geht, sollen dort bereits im nächsten Jahr die „Filsterrassen“ entstehen. © Foto: Markus Sontheimer
Kuchen / Stefanie Schmidt 28.06.2017
Nach dem frisch hergerichteten SBI-Park plant der  Kuchener Gemeinderat schon die nächste große Investition an der Fils: Einen Aufenthaltsbereich mit Liegedecks und Zugang zum Fluss.

Lange Zeit hatte man in Kuchen nicht viel von der Fils: Zwischen dem in der Regel tief gelegenen Flussbett und der Bebauung ist es schwer, direkt an den Fluss heranzukommen. An anderen Stellen wiederum rückt die Fils den Kuchenern immer wieder viel zu nah auf die Pelle – Stichwort: Hochwasser.

Mit dem neu gestalteten SBI-Park hat die Gemeinde vor zwei Jahren damit begonnen, die Fils wieder zugänglicher zu machen. Jetzt steht das nächste Projekt an: Ein weiterer Aufenthaltsbereich am Fluss soll folgen – im Bereich des „Wäldchens“  zwischen Ring- und Staubstraße, wo die Fils eine leichte Kurve macht.

Die Idee dazu hatten CDU-Fraktion und Verwaltung bereits 2015, im folgenden Jahr reichte es zeitlich jedoch nicht mehr für den Förderantrag. Das soll nun im September nachgeholt werden. Denn Fördergelder seien die Voraussetzung dafür, dass die Gemeinde das rund 150 000 Euro teure Vorhaben umsetzen kann, betonte Bürgermeister Bernd Rößner in der Gemeinderatssitzung am Montag.

Landschaftsarchitektin Susanne Gabriel vom Büro Planstatt Senner, das auch die Planung für den SBI-Park geliefert hat, stellte dem Gemeinderat ihr Konzept für die neuen „Filsterrassen“ vor.

Herzstück auf zwei Ebenen ist das „Wäldchen“ direkt an der Fils, das etwa drei bis vier Meter tiefer liegt als Ring- und Staub­straße. Den „romantischen, naturnahen“ Charakter des Ortes mit den alten Bäumen wolle man unbedingt erhalten und die Fläche deshalb nur behutsam etwas auslichten, versicherte Gabriel. Zwei auf zwei Meter große Liegedecks aus Holz sollen zum Verweilen einladen. Dort wo es nötig ist, wird die bestehende „Einsäumung“ des Flussufers mit zusätzlichem Kies und Findlingen verbessert.  An der Böschung in Richtung Staubstraße werden Sitzterrassen installiert, ein Trampelpfad führt hinauf zur Ringstraße.

Auf der oberen Ebene an der Einmündung Ring-/Staubstraße soll ein 140 Quadratmeter großer „Treffpunkt“ mit Dorfplatzcharakter entstehen. Der Mittelpunkt des gepflasterten Platzes: ein großer Baum, zum Beispiel eine Linde, umschlossen von einer runden Bank. Entlang der Ringstraße geht der neue Platz in einen Spielbereich über. Statt typischer Spielplatzgeräte aus Plastik sollen dort Holzstämme und Findlinge für Spielspaß sorgen.

Zusätzlich könnte man den Parkstreifen mit Schutzplanke entlang der Fils in einen Fußweg umwandeln, der mit dem gleichen Belag wie der „Treffpunkt“ gepflastert ist. Die unschöne Schutzplanke könnte man entfernen.

Die Gemeinderäte waren über alle Fraktionen hinweg zufrieden mit dem Vorentwurf für die neuen „Filsterrassen“. Etwas Sorge bereitete den Räten allerdings die Frage, was im Fall von Hochwasser mit der Anlage passiert. „Wird dann alles weggespült?“, fragte Marion Frieß. Die Holzdecks könnten es aushalten wenn sie zeitweise unter Wasser stehen „und die Findlinge sowieso, meinte Susanne Gabriel. Uwe Lövesz befürchtete, dass das Filseck weiter ausgespült wird, wenn auf dem Gelände zu stark ausgelichtet wird. Man werde darauf achten, dass die Böschung weiter durch ausreichende Bepflanzung befestigt bleibt, antwortet die Landschaftsarchitektin. „Aber bei einem Jahrhunderthochwasser wird die Anlage natürlich stark in Mitleidenschaft gezogen“, räumte Bernd Rößner ein. Volker Mann regte an, bei Hochwassergefahr rund um das Gelände Warnschilder aufzustellen.

 Silke Funk schlug vor, die Fils mit einer seichten Ausbuchtung – etwa in dem Bereich, in dem der Tegelberggraben in den Fluss läuft – etwas „näher heranzuholen: „Dann gehen die Kinder hoffentlich nicht ins fließende Wasser.“

Einstimmig genehmigte das Gremium schließlich den Vorentwurf des Büros Planstatt Senner und beauftragte die Verwaltung damit, das Projekt weiter voranzutreiben: sie soll die wasserrechtliche Genehmigung und Fördermittel im Rahmen des kreisweiten Projekts „Landschaftspark Fils“ beantragen.“