Kirche Ein Kreuz krönt die Sanierung von Sankt Margaretha

Hohenstadt / Brigitte Scheiffele 10.07.2018

Der Platz am Seiteneingang zu Sankt Margaretha ist neu angelegt worden. ,„Das I-Tüpfele ist das neue Kreuz“, sagt der Zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Walter Schwaiger.  Schlicht und ohne menschlichen Corpus schimmert es in sanft rötlichem Ton. Erst vor Kurzem hat es der gelernte Maschinenbauer Manfred Enderle fertiggestellt und auf einem kleinen Steinsockel in Hohenstadt vor dem Gotteshaus befestigt. Das Material: Ein bewusst nicht hochwertiges Metall, damit es gut rostet.

Kreuz spiegelt das Leben

Aber „so ein verrostetes Teil als Kreuz vor der Kirche?“ Ja, bestätigt Enderle, das hätten manche in der Kirchengemeinde durchaus diskutiert. Im Kirchengemeinderat fand Enderles Vorschlag sofort Gefallen. „Zur Not kann man es immer noch lackieren“, meint er. Das Kreuz selbst ist aus einem zusammenhängenden Stück Metall gefertigt. Keine Naht ist zu sehen. „Eine Arbeit mit dem Laser“, erläutert der Erbauer. Das Metall habe er komplett abgeschliffen und dann mit Salzsäure eingestrichen. Der Rosteffekt sei gleich sichtbar gewesen. Immer wieder habe er drüber gepinselt und das Metall im Winter draußen liegen lassen. Mit normalem Wasser habe er den Resteffekt nicht so erreicht, wie es der Regen tat, verweist der Hohenstadter auf die schönen Schattierungen. „Der Farbton wird sich immer wieder verändern. Bei Nässe sind die Töne dunkler, in der Sonne schimmern sie und je nachdem, wie das Licht fällt, sieht es anders aus“, weiß Enderle. Eine lebendige Farbgebung, in der ein Kreuz das Leben in all seiner Unterschiedlichkeit spiegelt.

Zum Anfassen. Auch der weitere Regen wird die Struktur prägen und beeinflussen. Ein Strahler, der das Kreuz in der Nacht beleuchten soll, wird noch angebracht. An den vier Enden des Kreuzes hat Enderle jeweils Streifen herausgelasert und sie leicht nach oben geklappt, damit sie sich abheben vom Balken: „Es ist der Hinweis auf Kopf, Arme und Füße von Jesus“, erklärt er.

„Rundum gelungen“ findet Kirchengemeinderat Schwaiger das, ebenso Elfriede Riedmüller und Anita Baumeister. Die beiden Frauen engagieren sich im Hohenstadter Strickkreis und haben mit ihrem Team durch gemeinsame Stricknachmittage zur Finanzierung beigetragen: 1500 Euro hat der Strickkreis allein für das Kreuz erwirtschaftet und gestiftet. „Das ist eine spendable Truppe“, unterstreicht Kirchenpfleger Horst Sauer. Er hat sich schon einige Male freuen dürfen, wenn es im kirchlichen Spendensäckle klingelte. Schon für die Orgel gab von den Damen einen Zuschuss von 1000 Euro, weitere 1400 Euro für ein neues Messgewand. Auch beim Kräuterfest von Evi Kletti erwirtschafteten Frauen der Kirchengemeinde Gelder durch Kuchenverkauf, mit denen sie zur Finanzierung der Kirchenrenovierung beitragen.

Nächstes Projekt wartet schon

Eigentlich plane man in Hohenstadts Kirchengemeinde ja schon wieder das nächste Projekt, verrät Sauer: Die Figuren in der Kirche müssen dringend restauriert werden. „Die Restauratorin hat uns auf den Geschmack gebracht – aber das wird nicht billig.“

Info Jetzt aber freut sich die Kirchengemeinde erst einmal auf die Segnung des Kreuzes, die im Anschluss an einen besonderen Gottesdienst stattfindet: Am 15. Juli gibt es um 10.30 Uhr einen Baustellengottesdienst mit Biertischbänken in der komplett ausgeräumten Kirche. Nach der Segnung folgt ein Weißwurstfrühstück, dessen Erlös natürlich auch in die Kirchenrenovierung fließt.

Schon 30 000 Euro Spenden für die Sanierung

Die Kirchengemeinde Sankt Margaretha hat im Jahr 2015 bereits
35 000 Euro an Spenden für eine Orgel
aufgebracht, die sie gebraucht gekauft hat und konnte damit die alte Orgel ersetzen.

Im Jahr 2016 startete die Außenrenovierung, die inzwischen abgeschlossen ist. Im April dieses Jahres ging es an die Innensanierung: Nach der Entfernung der Figuren wurden die Wände abgeschlagen, Heizung,  Beleuchtung und die gesamte Elektrizität entfernt. 1700 Meter Kabel wurden neu verlegt. Auch der Kreuzweg wird neu angelegt und die Bilder überarbeitet.

70 000 Euro muss die Gemeinde dafür selbst aufbringen, 30 000 Euro sind bisher an Spenden eingegangen. Die Innensanierung wird 742 000 Euro verschlingen, der erste Bauabschnitt mit der  Sanierung von Dach, Mauern und Außenfassade lag bei
520 000 Euro. Bis Weihnachten soll alles fertig sein und die Einweihung im Januar stattfinden.

Hohenstadt hat
derzeit rund 800 Einwohner, davon sind
335 Katholiken.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel