Kommentar Stefanie Schmidt: „Menschliche Tragödie“

Geislingen / Stefanie Schmidt 05.06.2018
Hinter dem Suizidversuch des Iraners in Göppingen steht eine menschliche Tragödie, meint GZ-Volontärin Stefanie Schmidt.

Eine Tat, die fassungslos macht: Ein 35-jähriger Mann aus dem Iran übergießt sich im Foyer des Göppinger Landratsamt mit Benzin und setzt sich selbst in Brand. Sprachlos macht aber auch so mancher Kommentar, der nach dem Vorfall in den  sozialen Medien abgesetzt wurde – auch auf den Facebookseiten der GEISLINGER ZEITUNG und der NWZ.

Dass der Mann mit seinem Versuch der öffentlichen Selbstverbrennung nicht nur sich selbst schwer verletzt hat, sondern auch den Menschen im Landratsamts  einen fürchterlichen Anblick aufzwang, sollte nicht völlig unter den Tisch gekehrt werden. Doch einige Internet-Kommentare zeugten von einer Menschenverachtung und Empathielosigkeit, die Angst macht. Für diese Kommentatoren scheint der Mann aus dem Iran als Asylbewerber zu einer Gruppe von Menschen zu gehören, die nicht mehr als Individuen wahrgenommen werden, sondern als Teile einer störenden gesichtslosen „Masse“.

Was den 35-Jährigen letztendlich zu seiner Tat trieb, kann natürlich auch Roderich Schmauz, der mit dem Iraner bei seiner ehrenamtlichen Arbeit mit dem Freundeskreis Asyl in Kontakt kam, nicht beantworten. Seine Schilderungen zeichnen das Bild eines Menschen, an den niemand richtig heranzukommen schien – weil dieser es nicht wollte oder nicht zulassen konnte. Trotzdem verleihen sie der Tragödie ein menschliches Gesicht.

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