Kommentar Marcus Zecha: Perspektiven ohne die Stars

Kreis Göppingen / Marcus Zecha 31.07.2018
Trotz zähen Beginns wollten 5300 Besucher die zehn Konzerte des Sommerfestivals Schloss Filseck sehen. Eine Bilanz.

Die Besucherzahlen unter denen des Vorjahrs, der Auftakt verregnet, beim Kindermusical eine „Wiederaufnahme“ und zum Abschluss ein Percussion-Konzert statt satter Orchesterklänge – es gab schon glanzvollere Sommerfestivals auf Schloss Filseck als das nun zu Ende gegangene. Und doch kamen 5300 Besucher zu den zehn Konzerten – trotz einiger Experimente bei der Auswahl der Besetzungen und obwohl, wie Festivalleiter Gerald Buß richtig feststellt, man sich beim dicht getakteten Programm im Grunde selbst Konkurrenz macht.

Dass die Mischung dennoch funktioniert, ist ein Verdienst der Veranstalter, die sich in 23 Jahren mit einem guten Mix aus anspruchsvoller Klassik und Unterhaltung ein Stammpublikum erarbeitet haben, das auch kommt, wenn die ganz großen Namen ausbleiben. Nur ein Beispiel: Die Musikkabarett-Lesung des Tubisten Andreas Hofmeir wollten 500 Besucher sehen – jeder Kleinkunstveranstalter würde bei einer solchen Zahl Freudensprünge machen.

Hinzu kommt ein eingespieltes Orga-Team, das professionell im Hintergrund wirbelt und eine Wohlfühl-Atmosphäre schafft, die das Publikum zu schätzen weiß. Wenn 2019 noch das vielfach vermisste Festival­orchester zurückkehren wird, muss einem vor der Zukunft des Festivals nicht bange sein.

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