Kommentar Kristina Betz: Entlastung für Landärzte

Adelberg / Kristina Betz 14.03.2018
Die ärztliche Versorgung auf dem Land ist ein Dauerthema. Ein gutes Vorbild für andere Kommunen könnte die Gemeinde Adelberg sein.

Besonders in kleinen Dörfern auf dem Land krankt es an der ärztlichen Versorgung. Wirtschaftlich lohnt sich der Praxis-Betrieb dort kaum, die Risiken für selbständige Ärzte sind hoch – und die Arbeit als Landarzt ist unattraktiv. Unbestritten ist aber, dass der Bedarf besteht. Zahlreiche ländliche Regionen sind drastisch unterversorgt. Und Gemeinden und Krankenkassen stehen in der Pflicht, den Missstand zu beheben.

Ein gutes Vorbild könnte die Gemeinde Adelberg sein. Da man es knapp sieben Jahre trotz diverser Bemühungen nicht geschafft hatte, einen Arzt in den Ort zu locken, geht man nun neue Wege: Ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) befreit den Arzt vom wirtschaftlichen Druck und macht das Praktizieren im Dorf lukrativer und attraktiver. Statt als Einzelkämpfer auf dem Land, hat der Arzt den Rückhalt eines Trägers und praktiziert in einer Art überörtlichen Gemeinschaftspraxis. Die Praxis in Adelberg ist dabei eine Zweigstelle der Trägerpraxis in Esslingen. Die Ansiedlung in der Adelberger Seniorenwohnanlage macht zudem Sinn: Gerade die, die es am schwersten haben, zum Arzt zu kommen, haben die Praxis nun direkt im Untergeschoss.

Das Modell der MVZ könnte auch für andere Kommunen funktionieren und ist ein Weg, Landarztpraxen wieder attraktiver zu machen.

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