Kommentar Joa Schmid: „Eine wichtige Tradition“

Göppingen / Von Joa Schmid 14.06.2018
Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens mit fürchterlichen Kriegen und Terroranschlägen kommt dem Maientag eine ganz besondere Bedeutung zu.

Welch sinnvolle Rolle Traditionen auch noch in heutiger Zeit spielen können, zeigt der Göppinger Maientag. Das viertägige Göppinger Heimatfest, auf das  bereits heute Abend beim NWZ-Blasmusik-Festival eingestimmt wird, schweißt die Menschen über Generationen hinweg zusammen und lässt sie Unterschiede aufgrund von Herkunft, Nationalität oder Religionszugehörigkeit schnell vergessen. Angesichts der aktuellen Diskussion über die Integration von Flüchtlingen kann das gar nicht wichtig genug genommen werden.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens mit fürchterlichen Kriegen und Terroranschlägen kommt dem Maientag als einem der ältesten Dankes- und Friedensfeste in Süddeutschland eine ganz besondere Bedeutung zu. Der historische Festzug am Samstag erinnert nicht ohne Grund an das Ende des Dreißigjährigen Krieges.  So wie die Göppinger des Jahres 1650 haben  auch die Menschen des Jahres 2018 durchaus Grund, den Frieden zu feiern. Denn selbstverständlich ist die Abwesenheit von Krieg auch heute noch nicht –  das zeigen Millionen von Flüchtlingen überall auf der Welt.

Es gibt also für die Besucher des Göppinger Maientages gute Gründe, die nächsten Tage ordentlich zu feiern, ob beim Umzug, im Festzelt, auf dem Rummelplatz  oder beim Feuerwerk am Montag. Ein schlechtes Gewissen braucht deswegen keiner zu haben. Im Gegenteil.

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