Kommentar Michael Rahnefeld: Wie wär’s mit Verstärkung?

Geislingen / Michael Rahnefeld 13.03.2018
Asylbewerber, die hier im Raum Geislingen leben, dürfen sich gerne an der Putzaktion „Geislingen räumt auf“ beteiligen, meint GZ-Redaktionsleiter Michael Rahnefeld.

Am Samstag waren sie erstmals im Einsatz, die Putztruppen der Neuapostolischen Kirche und der Campingverein Längental. Bewaffnet mit Handschuhen, Müllsäcken und in Arbeitskleidung zogen sie am Tälesradweg entlang und am Bach im Längental, um sämtlichen in der Landschaft verteilten Unrat, Müll und achtlos weggeworfene Dinge einzusammeln. Bei der jährlichen Putzaktion „Geislingen räumt auf“, die noch bis 24. März andauert waren im vergangenen Jahr 1200 Aktive im Einsatz. Sie kommen aus Schulen, Vereinen, Organisationen und eben auch aus Kirchengemeinden. Das ist sehr löblich, wenn man sieht, dass sich so viele Menschen für eine saubere Umwelt einsetzen. Ja, könnten da nicht auch einmal unsere Asylbewerber mithelfen, fragte da am Montag ein aufmerksamer Leser in der GZ-Redaktion an. Wie die Umweltbeauftragte der Stadt Geislingen dazu bestätigte, waren in den vergangenen Jahren wohl schon Kleingruppen von Asylbewerbern mit von der Partie. Auch in diesem Jahr wolle sich eine etwa sechsköpfige Gruppe beteiligen. Direkt angefragt wurden aber die vom Kreis eingesetzten Betreuer der Asylbewerber von ihr noch nicht.

Das sei für kommende Aktionen durchaus überlegenswert, räumt Pfau ein. Ich glaube, dass ist nicht nur überlegenswert, sondern dringend geboten. Zum einen warten viele dieser Menschen auf eine sinnvolle Beschäftigung, die Zeit ist ja vorhanden, zum anderen ließe sich damit natürlich auch Integrationswille demonstrieren. Ganz nebenbei würden diese Gäste in Deutschland auch auf das mitteleuropäische Umweltverständnis eingenordet, das ja unter Umständen von dem in ihren Heimatländern etwas abweicht. Besonders schön wäre, würden sich Asylbewerber-Grup­pen aus den Unterkünften im Raum Geislingen, aufmerksam gemacht von ihren Betreuern, in den kommenden Tagen den Räumtrupps in der Stadt und im Kreisgebiet als Verstärkung anschließen. Nicht nur die menschliche Begegnung, das Gespräch und das Miteinander würden damit gefördert, es würde zudem auch noch sinnvoll gemeinsam etwas bewerkstelligt, von dem sehr viele Seiten profitieren und sogar lernen. Lassen wir uns überraschen.

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