Kommentar Dirk Hülser: Mehr als ärgerlich

Göppingen / Dirk Hülser 05.04.2018
Ob beim Christophsbad Pfusch am Bau oder falsch rechnende Ingenieure für das Malheur verantwortlich sind, wird sich erst noch zeigen.

Ein Neubau für 16 Millionen Euro – und dann funktioniert die Lüftungsanlage nicht, die Mitarbeiter klagen über gesundheitliche Probleme, auch junge Patienten sind betroffen. Das ist mehr als ärgerlich fürs Christophsbad und vor allem für die Betroffenen, von der Außenwirkung ganz zu schweigen. Dass die Geschäftsführung sich zunächst einmal mit öffentlichen Schuldzuweisungen zurückhält, ist verständlich und auch vernünftig. Schließlich geht es womöglich um viel Geld und den guten Ruf der am Bau beteiligten Firmen.

Ein Grund für die Probleme mit der Anlage könnte sein, dass die Baubranche boomt, Fachkräfte schwer zu bekommen sind und es wegen der guten Auftragslage immerzu schnell gehen muss. Außerdem wird an allen Ecken und Enden – vor allem beim Personal – gespart, auch auf Kosten der Bauarbeiter. Gerade erst hat das auch für Göppingen zuständige Hauptzollamt Ulm seine Bilanz fürs vergangene Jahr veröffentlicht, die Zöllner haben nach 275 Kontrollen 24 Ermittlungsverfahren wegen nicht gezahlter Mindestlöhne auf Baustellen eingeleitet. Zu Recht fordert die IG Bau, dass die Branche noch stärker kontrolliert werden muss.

Ob beim Christophsbad Pfusch am Bau oder falsch rechnende Ingenieure für das Malheur verantwortlich sind, wird sich aber erst noch zeigen.