Kommentar Dirk Hülser: Gescheiterte Abfallpolitik

Kreis Göppingen / Dirk Hülser 16.08.2018
Wer sich die neueste Abfallbilanz des Landes anschaut, kann eigentlich nur einen Schluss daraus ziehen: Die Abfallpolitik des Landkreises Göppingen ist gescheitert.

Wer sich die neueste Abfallbilanz des Landes anschaut, kann eigentlich nur einen Schluss daraus ziehen: Die Abfallpolitik des Landkreises Göppingen ist gescheitert. Schlusslicht beim Biomüll, unter den Letzten beim Restmüll – es scheint, als hätten alle Diskussionen, Reförmchen und Reformen der vergangenen Jahre gar nichts bewirkt.

Ein erklärtes Ziel ist es schon lange, die Haus- und Sperrmüllmenge zu reduzieren. Sie ist seit 2015 aber gestiegen, stagniert im Moment. Ein weiterer Wunsch ist ein deutlicher Anstieg bei der Biomüllsammlung – doch auch hier passiert nichts, im Gegenteil, seit der Einführung 2015 sinkt die bescheidene Menge stetig. Woran könnte das liegen? Im Ostalbkreis, der einzige Landkreis außer Göppingen, der auch auf Biobeutel statt Tonnen setzt, funktioniert es doch auch. Der Zusammenhang zwischen Bio- und Restmüll ist offensichtlich: Diesseits des Hohenstaufen stehen riesige 120-Liter-Mülltonnen vor den Häusern, die alle zwei oder vier Wochen geleert werden. In Lorch, Gmünd oder Aalen sind es meist kleine 60-Liter-Tonnen – bei denen jede Leerung extra bezahlt werden muss. Das ist ein echter Anreiz zum Mülltrennen.

Einige Neuerungen hat der Kreistag ja beschlossen: billigere Biobeutel und die optionale vierwöchige Mülltonnen-Leerung. Ob das den Durchbruch bringt, ist allerdings mehr als zweifelhaft. Die nächste Abfallbilanz wird es zeigen.

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