Kommentar Arnd Woletz: Wildes Wechselspiel

Göppingen / Arnd Woletz 10.08.2018
Das Primat der Arbeitsplätze wird auf dem Boehringer-Areal konsequent umgesetzt. Ein schlüssiges Konzept für die Veranstaltungshallen in der Stadt fehlt aber bisher.

Was war nicht alles schon für das ehemalige Göppinger Boehringer-Areal im Gespräch, seit die städtische Tochtergesellschaft BPG das Riesengrundstück samt Industrie-Hallen vor zwei Jahren gekauft hat. Es sollte für viele Nutzungen geöffnet werden, etliche Begehrlichkeiten wurden geweckt: Ein neues Feuerwehrmagazin, ein Technikmuseum und Gastronomiebetriebe entstanden vor dem geistigen Auge. Noch vor einigen Monaten war der Oberbürgermeister von der Idee überzeugt, die Alte Gießerei als neuen Messestandort samt Parkhaus zu etablieren, wenn die Werfthalle wegfällt. Nun aber werden hinter den denkmalgeschützten Fassaden Industriebetriebe und Dienstleister dominieren. Damit folgt der OB konsequent seiner Linie, dass Arbeitsplätze oberstes Primat genießen. Und das sollte auch von Anfang an der Schwerpunkt auf der Brache sein.

Doch von einem wirklich stringenten Konzept ist in der Öffentlichkeit wenig zu erkennen. Viele Entwicklungen scheinen dem Zufall zu entspringen. Das gilt auch für die Zukunft städtischer Veranstaltungsorte. Nun ist eine neue Messehalle im Stauferpark als „Zweckbau“ im Gespräch. Mag sein, dass das wirtschaftlicher ist, als in den Brandschutz eines Baudenkmals zu investieren. Die Atmosphäre kann dann aber nicht mithalten.

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