Kommentar Arnd Woletz: Signal zum Umdenken

Göppingen / Arnd Woletz 07.08.2018
Ein freiwilliges Pfandsystem für Kaffeebecher, wie es das jetzt auch in Göppingen gibt, ist zunächst ein eher symbolischer Akt. Damit daraus wirkungsvoller Umweltschutz wird, müssen noch mehr mitmachen.

Jetzt ist auch in Göppingen das Becher-Pfand-System Recup angekommen. Von den teilnehmenden Anbietern fliegen keine labbrigen Plastikbecher und deren Deckel in den Müll oder gar in den Straßengraben. Statt dessen wird ein solides Trinkgefäß zurückgebracht. Das ist ein Signal zum Umdenken. Viel mehr aber erst einmal auch nicht. Denn ein wirklich praktikables Pfandsystem braucht möglichst viele Rücknahmestellen.  Bis dahin ist es höchstens für Stammkunden interessant, den mitgenommenen Becher zum Einkaufsort zurückzubringen.

Der Vorstoß könnte aber einer von vielen notwendigen Zündfunken sein. Kann es sein, dass es irgendwann nicht nur total angesagt und cool ist, mit dem Kaffee durch die Stadt zu gehen, sondern den Becher anschließend auch wieder abzugeben? Beim Kulturwandel können wir alle mithelfen. Sollte es nicht gelingen, Mitstreiter zu gewinnen, dann haben die Vorreiter immerhin die Gewissheit, es versucht zu haben. Dann bleibt der Weg über den Geldbeutel  – wenn Pappbecher einfach mehr kosten. Oder ein Pfandzwang per Gesetz, so wie das bei den Getränkedosen leidlich funktioniert. In Chile werden jetzt radikal die Plastiktüten verboten. Um unsere Umwelt vor der Plastikflut zu bewahren, braucht es eben viele ganz kleine und ein paar große Schritte.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel